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Mitteldeutsche Zeitung: Egon Krenz veröffentlicht Gefängnistagebuch - Erinnerung an vierjährige Haftzeit

    Halle (ots) - Der letzte Partei- und Staatsschef der DDR, Egon Krenz, plant die Veröffentlichung seines Gefängnistagebuches. Wie die in Halle erscheinende "Mitteldeutsche Zeitung" (Freitagausgabe) unter Berufung auf den Berliner Verlag edition ost berichtet, will der 71-Jährige im Frühjahr 2009 mit seinen Erinnerungen an die knapp vierjährige Haftstrafe auf den Markt kommen. Krenz, der wegen seiner Mitverantwortung für die Todesschüsse an der innerdeutschen Grenze verurteilt und in Plötzensee inhaftiert worden war, schildert in dem Buch seinen Gefängnisalltag, die Tipps, die ihm beispielsweise Ex-Verteidigungsminister Heinz Keßler, aber auch andere Inhaftierte gegeben hätten. So habe er sich aus Tetrapacks Töpfe gebastelt, um Wasser mit einem Tauchsieder zu erhitzen. Außerdem habe er über den Kontakt zu einem katholischen Seelsorger Zugang zum Internet erhalten. "Egon Krenz hat in dieser Zeit gelernt, neben sich zu treten und zu reflektieren", sagte der Verleger der Zeitung. Seine politischen Überzeugungen hätten sich in der Haft jedoch nicht geändert. Einer Veröffentlichung des Manuskripts habe er allerdings erst nach zähem Ringen mit dem Verlag zugestimmt, weil er Vorwürfe der Konjunkturritterei sowie der Mitleidshascherei befürchtet habe.

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