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Lausitzer Rundschau: Zu den Plänen der Gesundheitsreform
Spiel über die Bande

    Cottbus (ots) - Noch ist das schwarz-rote Konzept zur Gesundheitsreform nur in seinen Grundzügen verabredet. Folglich müssen Spekulationen her, um das Informations-Vakuum zu füllen. Dabei wird auch politisch über die Bande gespielt. Das kann so funktionieren: Wenn Du etwas verhindern willst, dann bringe es lautstark in die Öffentlichkeit. Die interessantesten Blüten im Strauß bunter Ideen ranken sich im Moment um das künftige Schicksal der privaten Krankenkassen. Ginge es nach der SPD, dann sollen künftig auch Besserverdiener sowie Selbstständige und Beamte ihren Beitrag für die Solidargemeinschaft leisten. Die Union wiederum würde im Interesse ihrer Klientel gern alles so lassen, wie es ist, wobei sie mit dieser Maximalposition aber zunehmend auf Unverständnis stößt. Schließlich leistet sich nur Deutschland eine strikte Trennung zwischen gesetzlich Versicherten und Privatpatienten. So hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger scheinbar ein Kompromiss-Signal ausgesandt: Privat Versicherte sollten ebenfalls in den geplanten Gesundheitspool einzahlen, wenn die Privatkassen dadurch nicht schlechter gestellt würden. Doch wie soll das gehen? Wenn vor allem junge privat Versicherte künftig mehr bezahlen sollen als jetzt, dann werden die privaten Kassen unattraktiver. Längerfristig würden die Grenzen zwischen beiden Versicherungssystemen verschwinden. Das gilt spätestens dann, wenn die Privaten einen Standardtarif anbieten müssten, der nicht über die Leistungen der gesetzlichen Kassen hinausgeht. Oettingers Angebot wäre demnach auch dazu angetan, die im Kern vernünftige Idee eines einheitlichen Versicherungssystems im Gesundheitswesen zu beerdigen.

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