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Lausitzer Rundschau: Ein Symbol für Lateinamerika Verschüttete Bergleute in Chile werden gerettet

Cottbus (ots) - Gute Nachrichten sind in Lateinamerika in diesen Tagen ein rares Gut. Die Beben von Haiti und Chile, der Drogenkrieg in Mexiko, die Gewalt in Kolumbien. Und am 5. August schien sich dieses Buch durch ein weiteres Kapitel fortzuschreiben, als die Kupfer- und Goldmine in der Atacama-Wüste kollabierte. Aber was wie eine Tragödie begann, wird nach Lage der Dinge als das Wunder in der Wüste in die Geschichte eingehen. Von der Rettung der Kumpel geht ein Symbol der Solidarität aus, das in den vergangenen Jahren immer seltener geworden ist. Nicht nur in Lateinamerika. Wir lassen keinen zurück, wir halten durch, wir tun alles, um euch rauszuholen, das ist das Zeichen, das all das überstrahlte. Chile hat mit internationaler Hilfe alles Unmögliche möglich gemacht und immer daran geglaubt, dass die Rettung machbar ist. Der mediale Overkill, den dieses Ereignis ausgelöst hat, erklärt sich zum Teil daraus. Zum anderen liegt die große Anteilnahme auch genau darin begründet, dass in Chile von Anfang an die Gewissheit spürbar war, dass sich die Dinge zu einem glücklichen Ende fügen werden. Genau das unterscheidet das Drama aus der Atacama-Wüste von dem Erdbeben in Haiti, das in seinen Dimensionen zigtausendfach zerstörerischer war. Aber Haiti wird nach dem Beben genauso ein Sozialfall bleiben, wie es das Land zuvor schon war. Aber unter all dem Jubel über das persönliche Glück kommt manchmal zu kurz, dass diese Havarie vermeidbar gewesen wäre. Denn die Minengesellschaft, die Eigentümerin der Unglücksmine ist, hatte an den vorgeschriebenen Sicherheitsstandards gespart. Es fehlten Leitern an den Notausgängen, und die Trennwände der Stollen wurden mehr als erlaubt ausgedünnt. Zudem hatte es in der Mine schon viele Unfälle gegeben, manche mit tödlichem Ausgang. Doch immer wieder wurde das Bergwerk wiedereröffnet, weil der Staat Druck machte und mit dem Wegfall der Arbeitsplätze argumentierte. Die staatliche Aufsichtsbehörde Sernageomin verfügt nur über 18 Fachkräfte, denen die Aufsicht über alle Minen Chiles obliegt. Eine unlösbare Aufgabe, zumal der Bergbau die Hälfte der Devisen des Landes generiert.

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