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Lausitzer Rundschau: Zu den Einsparungen beim Sorbischen National-Ensemble

Cottbus (ots) - Die neue Intendantin des Sorbischen National-Ensembles, Milena Vettraino, tritt kein leichtes Amt an. Ein Konzept mit zu erarbeiten, das den Abbau eines Großteils der Stellen umfasst, ist die eine Sache, dieses dann auch in der Praxis verwirklichen zu müssen, eine andere. Klar, dass ihr künftiges Wirken mit besonders kritischen Augen verfolgt werden dürfte. Wer Entscheidungen treffen muss, in denen es heißt "Du kannst bleiben" oder "Du musst gehen", macht sich selten Freunde. Es wäre allerdings falsch, die erfahrene Orchestermanagerin jetzt als "Buhfrau" hinzustellen. Die Entscheidung, den jährlichen Etat des Ensembles um 900 000Euro zu kürzen, hat nicht Milena Vettraino gefällt. Ihr oblag es - gemeinsam mit anderen -, auf Grundlage dieser Vorgabe ein Konzept zu erstellen, mit dem das Ensemble dauerhaft seine Aufgabe erfüllen kann. Dass die neue Chefin unter diesen Umständen andere Schwerpunkte setzt als ihr Vorgänger, ist ihr gutes Recht. Allerdings erfordert es die Sensibilität des Themas, behutsam vorzugehen und die Mitarbeiter, die jahrzehntelang "ihre Haut zu Markte getragen" haben, nicht mit unbedachten Äußerungen vor den Kopf zu stoßen. Sollte das Sorbische National-Ensemble tatsächlich unter einer "Sinnkrise" leiden - dies zu beurteilen, steht wohl nur absoluten Insidern zu -, dann haben diese sicher zuallerletzt die Tänzer und Musiker, die Sänger und Choreographen verschuldet. Beide Seiten sollten sich gegenseitig die Chance geben zu beweisen, dass ihnen in erster Linie die sorbische Kultur am Herzen liegt, und auf persönliche Angriffe verzichten.

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