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Lausitzer Rundschau: Die Schwäche des Staates Zu Lateinamerika und dem Kampf gegen die Drogenmafia

Cottbus (ots) - In den 90er-Jahren ließ Pablo Escobar in Kolumbien als Chef des Medellín-Kartells Dollarscheine vom Himmel regnen. Chapo Guzmán in Mexiko als Boss des mächtigen Sinaloa-Kartells verlegt elektrische Leitungen, baut Schulen und wenn es sein muss sogar Kirchen. Auch Christopher Coke ist nicht nur der Anführer einer Mörder- und Dealerbande in Jamaika, sondern auch ein Wohltäter und Beschützer. Seine Pistoleros verfolgen Diebe und kleine Räuber, und er unterstützt die Ärmsten mit dem Nötigsten. In Lateinamerika haben die Mafia-Bosse traditionell auch immer einen Ruf als Robin Hood, denn sie übernehmen die Aufgaben des schwachen Staates. Da, wo dieser nicht präsent ist, können Banden wie die "Shower Posse" oder das Sinaloa-Kartell entstehen. Die Mafiosi gründen ihre Macht auf ihrer sozialen Verwurzelung im Milieu, die ihnen Rückendeckung im Kampf gegen den Staat gibt. Kingston und "Dudus" Coke sind dafür fast ein Lehrbuch-Beispiel. Der Fall Jamaica zeigt aber auch die andere Seite der Probleme in Lateinamerika. Die der korrupten Eliten, die ihrerseits ihre Macht gerne auf die Banden gründen. Es ist auch diese unheilige Allianz von Politik und Organisiertem Verbrechen, die gerade Lateinamerika zu der gewalttätigsten Region der Welt machen. In Lateinamerika leben nur acht Prozent der Weltbevölkerung, aber dort werden 40 Prozent aller Morde und 66 Prozent der weltweiten Entführungen verübt. Wieder ist Jamaica dabei Beispiel gebend: Auf der Urlauberinsel wurden vergangenes Jahr 1660 Morde verübt. Es ist eine der höchsten Raten der Welt.

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