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Lausitzer Rundschau: Zur ungebremsten Konsumfreude der Deutschen
Leben im Strohfeuer

    Cottbus (ots) - Die Flut der guten Nachrichten reißt nicht ab. Die deutschen Börsen hatten ein Jahreshoch nach dem anderen hingelegt. Am Mittwoch stieg dann das populärste deutsche Konjunkturbarometer, der ifo-Geschäftsklimaindex des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, zum fünften Mal in Folge. Am gestrigen Donnerstag folgte der kaum minder beachtete Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit einem Niveau auf Jahreshoch. Von Inflation ist nichts zu sehen: "0,0 Prozent" meldete das Statistische Bundesamt als (voraussichtliche) Preissteigerungsrate für den Monat August. Wird alles gut? Das ist noch nicht raus. Bisher lässt sich nur sagen, dass die Rezession überwunden ist. Auch die zitierten Indizes zeigen nicht sehr viel mehr an, obwohl sie so gut aufgenommen wurden. Der GfK-Konsumklimaindex etwa hat mit 3,7 zwar den höchsten Stand des Jahres erreicht. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass er zugleich weit unter seinem langjährigen Durchschnitt von rund neun liegt. Mit anderen Worten: Der Wirtschaft geht es nicht mehr schlecht. Aber bei weitem noch nicht gut. Die verbesserte Lage lässt sich wohl kaum in die Zukunft fortschreiben: Die extrem erfolgreiche Abwrackprämie läuft aus. Andere Konjunkturprogramme auch. Die Inflationsrate dürfte wieder steigen. Und dass die Notenbanken die Zinsen bei nahe null halten werden, wenn die Erholung wirklich kommt, darf man nicht glauben. Vor allem wird die Kurzarbeiterregelung enden. Und viele Unternehmen werden die Kraft nicht haben, alle ihre Mitarbeiter über eine weitere Durststrecke zu halten. Die Gefahr also wächst, dass die Arbeitslosigkeit zunimmt. Das fiele dann zusammen mit dramatisch steigender Neuverschuldung: Mit 70 Milliarden Euro wird in diesem, mit 100 Milliarden im nächsten Jahr gerechnet. Kurzum: Es gibt genügend Gründe anzunehmen, dass die aktuell guten Konjunkturindikatoren Folge eines Strohfeuers sind. Hoffentlich stimmen sie alle nicht.

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