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Lausitzer Rundschau: Merkel und Sarkozy beraten über EU-Konjunkturpaket Etwas mehr Eile, bitte!

Cottbus (ots)

Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident
Nicolas Sarkozy haben sich wieder einmal darauf verständigt, den 
Einflüsterungen ihres britischen Kollegen Gordon Brown nicht zu 
folgen. Wer da sein Déjà-vu-Erlebnis hat, liegt richtig. Denn vor 
nicht allzu langer Zeit, als sich der Infarkt des internationalen 
Finanzsystems abzeichnete, predigten Berlin und Paris zunächst auch 
Ruhe als erste Pflicht der Regierenden. Kurze Zeit später folgte dann
der Schwenk in die Milliarden der Schutzprogramme für das 
Bankgewerbe. Und wer jetzt erst mal die Zeichen der Zeit abwarten und
dann in Ruhe deuten will, könnte auch in der Frage der notwendigen 
Konjunkturhilfen bald schon eingeholt werden von den traurigen 
Tatsachen.
Denn es wird Tag für Tag offenkundiger, dass die sich wechselseitig 
beeinflussenden Sphären der Geld- wie auch der Realwirtschaft vor 
ganz ungewöhnlichen Problemen stehen. Der neue US-Präsident spricht 
zu Recht von einer Krise bislang unbekannten Ausmaßes und wird danach
handeln. Und die Meldungen über drastische Auftragseinbrüche in 
Deutschland sind auch keine Eintagsfliegen.
Die leicht sarkastischen Töne von Frankreichs Präsidenten zu der in 
der Bundesrepublik besonders ausgeprägten Wartehaltung der Politik 
sollte Merkel als deutlichen Warnschuss verstehen. Notfalls wird 
Sarkozy auch allein losmarschieren, während in Deutschland weiter 
nachgedacht und gehofft wird.
Großbritannien setzt vor allem auf die Ankurbelung der Kaufkraft - 
das Rezept hat dort, im Lande der Schuldenmacher, ja in der 
Vergangenheit gut funktioniert. Frankreich wird seine 
Industriepolitik der gezielten Begünstigung von Schlüsselbranchen 
verstärken - und da die besonderen Schwierigkeiten der deutschen 
Autoindustrie geschickt ausnutzen, um Vorwürfen der unlauteren 
Konkurrenz zu entgehen. Die Bundesregierung plant vorerst ein 
Minimalprogramm, dessen Wirkung entsprechend zum Aufwand und seiner 
Konzeption äußerst bescheiden sein dürfte. Sie hat bislang noch nicht
einmal ansatzweise erkennen lassen, wo gegebenenfalls die Reise 
hingehen würde, falls sich der jetzige Kurs als Sackgasse entpuppt. 
Das britische Modell der Steuersenkungen will die mitregierende SPD 
keinesfalls. Die CSU wiederum, die dies fordert, möchte zurück zu 
einer Industriepolitik vor den Zeiten des Klimawandels. Solche 
Dissonanzen auszusitzen, wird irgendwann selbst Frau Merkel ziemlich 
schräg im Ohr klingen.

Pressekontakt:

Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481231
Fax: 0355/481247
lr@lr-online.de

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