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Lausitzer Rundschau: Tarifkonflikt bei Lufthansa beendet Der Kranich fliegt

    Cottbus (ots) - Es gibt auch noch gute Nachrichten in diesen Tagen. Die überraschend zügige Einigung im Tarifkonflikt bei der Lufthansa gehört fraglos dazu. Besonders erleichtert dürften all jene sein, für die gerade der sauer verdiente Urlaub beginnt. Unter dem Streik der Techniker und Stewardessen drohten die "kleinen Leute" am meisten zu leiden. Aber auch vielen Beschäftigten der Kranich-Linie wird ein Stein vom Herzen gefallen sein. Das Geschäft am Himmel wird zunehmend härter. Billigflieger drücken die Preise, derweil die Kosten für den Treibstoff deutlich zulegen. In diesem harten Wettbewerb ist Lufthansa zwar gut aufgestellt. Schon ein Arbeitskampf über das Wochenende hinaus hätte dem Unternehmen aber womöglich die Preisgabe von Marktpositionen beschert, die am Ende mit dem Verlust von Arbeitsplätzen verbunden gewesen wäre. Jedenfalls kommt es nicht von ungefähr, dass der Sonderflugplan bei Lufthansa nur bis zum nächsten Montag reichte. Danach ist der Wochencheck all jener Maschinen fällig, die sich bislang in der Luft befanden. Bliebe er aus, wäre aus der Streichung von zuletzt rund 130 Flugverbindungen pro Tag schnell ein Vielfaches geworden. Schaut man sich den Tarifabschluss genauer an, so trägt er den härteren Bandagen im Fluggeschäft Rechnung. Die vereinbarten Lohnsteigerungen im kommenden Jahr sind deutlich niedriger als 2008. Besonders die Gewerkschaft verdi ist dabei über ihren Schatten gesprungen. Verglichen mit ihrer ursprünglichen Forderung nimmt sich das Verhandlungsergebnis fast bescheiden aus. Gut möglich, dass verdi-Chef Frank Bsirske persönlich dafür Druck gemacht hat, nachdem bekannt wurde, dass er als Vize-Chef des Aufsichtsrats der Lufthansa mit der Airline kostenlos zum Urlaub in die Südsee gedüst ist. Rechtlich mag das in Ordnung gehen. Es bleibt jedoch ein fader Beigeschmack, wenn verdi die Lufthansa bestreikt, derweil ihr Obergewerkschafter mit dem Unternehmen zu First-Class-Bedingungen abhebt. Schon deshalb muss Bsirske die rasche Einigung gelegen kommen - fliegt er doch vorerst aus den negativen Schlagzeilen. Gänzlich ausgestanden ist der Tarifstreit damit allerdings noch nicht. Bereits im nächsten Jahr kann der Ärger von Neuem losgehen, denn die Flugbegleitergewerkschaft Ufo will dann deutlich höhere Lohnsteigerungen durchsetzen. So wäre Lufthansa ähnlich geplagt wie die Bahn im Vorjahr. Damals rangelten Transnet, GDBA und die Lokführervertretung GDL um gewerkschaftlichen Einfluss. Bei der Lufthansa sind es verdi, Ufo und die Pilotenvereinigung Cockpit. Nicht nur die Konkurrenz am Himmel ist eben härter geworden. Das erschwert den Abschluss allgemeingültiger Tarifverträge.

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