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Sozialverband Deutschland (SoVD)

SoVD für gemeinsame Kranken- und Pflegekassen

Berlin (ots)

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) begrüßt den
Vorschlag des CDU/CSU-Politikers Horst Seehofer, die Kranken- und
Pflegekassen zusammen zu legen. Ziel müsse es sein, die Situation
pflegebedürftiger Menschen zu verbessern und die Schnittstellen
zwischen Kranken- und Pflegeversicherung zu überwinden, betonte der
SoVD-Präsident Peter Vetter am Montag in Berlin. Damit könnten
erhebliche Probleme bei der Pflege, die sich durch die strikte
Trennung beider Systeme verfestigt hätten, beseitigt werden,
Insbesondere die integrierte Versorgung pflegebedürftiger Menschen,
die Prävention und Rehabilitation funktionierten derzeit nur
mangelhaft wegen der unterschiedlichen Zuständigkeiten und der
getrennten finanziellen Töpfe, betonte Vetter. Dadurch sei der
Vorrang der Rehabilitation vor der Pflege in der Praxis kaum noch
durchsetzbar. Das entwickele sich immer mehr zum Nachteil für die
Betroffenen, aber auch für die Beitragszahler. Denn Pflege sei auf
Dauer teurer als die Wiederherstellung von Gesundheit und
eigenverantwortlicher Lebensführung. Eine gemeinsame Kranken- und
Pflegekasse "könnte hier Abhilfe schaffen". Vetter warnte jedoch
eindringlich davor, derartige Überlegungen zum Anlass für
Leistungskürzungen zu nehmen.
Keine weiteren Belastungen der Versicherten
Dagegen wendet sich der SoVD gegen die Absicht der Union,
Patienten mit zusätzlichen Zuzahlungen und Eigenbehalten sowie dem
Einfrieren des Arbeitgeberbeitrags noch stärker zu belasten. Nachdem
Grüne und Teile der SPD offen mit diesen Vorschlägen aus der
Mottenkiste sympathisierten, warnte Vetter die Parteien davor, die
solidarische Krankenversicherung zu zerschlagen. Derartige Vorschläge
träfen ausschließlich Kranke und hier vor allem chronisch erkrankte
und behinderte Menschen, die ständige medizinische Betreuung
benötigten. Daran änderten auch Härtefallregelungen wenig. Vetter
erinnerte Seehofer daran, dass er als Gesundheitsminister der
Öffentlichkeit und dem SoVD persönlich versichert habe, dass es mit
ihm keine weitere Erhöhung der Selbstbeteiligung gebe, weil sie keine
steuernde Wirkung habe. Nötig seien deshalb statt dessen echte
Strukturreformen.
Das Motto: "Wer krank ist, soll mehr zahlen" sei deshalb nichts
anderes als der "politische Abgesang auf die gesetzliche
Krankenversicherung", kritisierte Vetter. Eine soziale
Krankenversicherung, bei der man neben den Beiträgen die ersten 300
Euro Behandlungskosten, Eintrittsgeld beim Arzt, mehr
Eigenbeteiligung bei Medikamenten und jede Beitragserhöhung allein
als Versicherter zahlen müsse, sei völlig inakzeptabel. "Sollte dies
die Reformlinie in den bevorstehenden Konsensgesprächen werden, wird
der SoVD dagegen mobilisieren und notfalls zu Demonstrationen
aufrufen", kündigte der SoVD-Präsident an.
V.i.S.d.P.: Hans-Jürgen Leutloff
SoVD-Bundesverband
Abteilung Sozialpolitik
Kurfürstenstr. 131
10785 Berlin
Tel.: 030/26 39 10 40/41
Fax: 030/26 39 10 55
E-Mail:  hans-juergen.leutloff@sovd-sozialpolitik.de

Original-Content von: Sozialverband Deutschland (SoVD), übermittelt durch news aktuell

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