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Stuttgarter Nachrichten: Modell von Langzeitkonten bei DaimlerChrysler ist „mausetot“

    Stuttgart (ots) - Stuttgart – Das Modell von Langzeitkonten, das DaimlerChrysler vor vier Jahren zur Flexibilisierung der Arbeitszeit und zur Eindämmung unbezahlt verfallender Überstunden eingeführt hat, ist nach Angaben aus Betriebsratskreisen „mausetot“. Nach einem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ (Mittwochsausgabe) wurden in den letzten Jahren im Daimler-Bereich Zentrale mit über 14 000 Beschäftigten nicht einmal 10 000 Stunden in Langzeitkonten gebucht – weniger als eine Stunde pro Arbeitnehmer. Die Mitarbeiter können die Zeitguthaben für Weiterbildung, Blockfreizeit oder einen früheren Ruhestand nutzen. Daimler-Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm hält Langzeitkonten Wir halten die Langzeitkonten immer noch für ein taugliches Instrument, um den Verfall von geleisteter Arbeitszeit zu begrenzen: „Leider machen nur wenige Bereiche im Unternehmen davon Gebrauch. Es gibt allerdings auch einige Bereiche, die sich aus Kostengründen bewusst weigern, die betriebliche Vereinbarung zu Langzeitkonten anzuwenden.“ Der Vorstand wende offenbar auch keine Kraft auf, um die Verantwortlichen von einer sinnvollen Nutzung zu überzeugen. „Das ist bedauerlich, vor allem vor dem Hintergrund, dass seinerzeit auch der Vorstand viel Applaus dafür erhalten hat.“ Ein Unternehmenssprecherin sagte, das Modell Langzeitkonten werde sehr wohl angeboten, nannte jedoch keine konkreten Zahlen. Das Modell habe sicherlich noch Entwicklungsmöglichkeiten, räumte sie ein. Unternehmen und Betriebsrat bei Daimler hatten die Einrichtung von Langzeitkonten Ende 2001 auch vor dem Hintergrund vereinbart, dass allein in der Zentrale nach Betriebsratsangaben bis zu 750 000 Überstunden jährlich unbezahlt verfielen. Inzwischen hat das Bundesarbeitsgericht Daimler dazu verpflichtet, nachhaltig den unbezahlten Verfall von Überstunden zu unterbinden. Gespräche zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat darüber waren zwischenzeitlich ins Stocken geraten, mittlerweile wird jedoch wieder verhandelt. Seit Februar 2005 sind Langzeitkonten in Baden-Württemberg auch auf Tarifebene geregelt – in Anlehnung an das Daimler-Modell. Nach Angaben eines IG-Metall-Sprechers ist es für eine Zwischenbilanz noch zu früh. Es gebe zwar schon einige Unternehmen, die das Modell anwenden: „Es könnten aber ein paar mehr sein.“


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