Wider die Klassengesellschaft an Schulen
In Deutschland war zuletzt oft von "Staatsversagen" die Rede. Dort, wo es tatsächlich vorliegt, geschieht viel zu wenig.
Stuttgart (ots)
Es ist zum Heulen. Wenn der Spritpreis steigt, gerät die gesamte politische Klasse in Panik. Schnelle Lösungen müssen her, Geld spielt kaum eine Rolle. Bei den strukturellen Problemen innerhalb der Gesellschaft tut sich hingegen gar nichts. Hier ein bisschen Trost, dort ein schmales Pflaster auf die klaffende Wunde, im äußersten Fall die Einsetzung einer Expertenkommission: Das ist der Umgang mit öffentlichen Skandalen wie der Wohnungsnot in den Städten, dem Niedergang der Bahn - oder eben der Klassengesellschaft in unserem Schulsystem. Wer hierzulande an Bildungsgerechtigkeit glaubt, begeht Selbstbetrug. Das kommt aber nicht ans Licht, weil die Verlierer aus den unteren Schichten stammen, die sich aufgrund erstarrter sozialer Strukturen selbst reproduzieren. Dass Deutschland eine Meritokratie sei, in der sich jeder durch Leistung nach oben arbeiten kann, ist eine Lüge.
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