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05.11.2002 – 10:03

vfa - Verband forschender Pharma-Unternehmen

Umfrage: Regierungspläne gefährden Pharmastandort Deutschland

    Berlin (ots)

    Yzer: Sparpaket zwingt forschende Arzneimittelhersteller
    zu Arbeitsplatzabbau und Investitionsstopp
    
    Die von der Bundesregierung geplanten radikalen Einschnitte im
Arzneimittelsektor werden negative Auswirkungen auf die
Arbeitsplätze, Investitionsentscheidungen und Forschungsaufwendungen
der forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland haben. Das
ergab eine aktuelle Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen des
Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) zu den Folgen des
Sparpakets unmittelbar nach Vorlage der Gesetzentwürfe, die in dieser
Woche im Bundestag beraten werden sollen.
    
    "Über einen Zwangsrabatt, einen Preisstopp und Festbeträge auf
Arzneimittelinnovationen sollen die forschenden
Arzneimittelhersteller gleich dreifach die Folgen einer falschen
Gesundheitspolitik ausbügeln, obwohl die Bundesregierung verbindlich
zugesagt hatte, bis Ende 2003 keine gesetzlichen Preisregulierungen
vorzunehmen", kritisierte VFA-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer.
"Die erneuten und einseitigen Einschnitte sind einschneidende
Behinderungen für alle, die tagtäglich in die Erforschung und
Entwicklung neuer und besserer Arzneimittel investieren, um die
Arzneimittelversorgung der Patienten in Deutschland weiter zu
verbessern. Die Unternehmen haben sich auf die Zusage der
Bundesregierung verlassen. Nach deren Wortbruch werden sie ihre
Planungen für Investitionen und Innovationen nicht mehr
aufrechterhalten können", kommentierte Yzer die Ergebnisse der
Umfrage unter den 44 VFA-Mitgliedsunternehmen. Auf sie entfallen etwa
zwei Drittel des Umsatzes auf dem deutschen Arzneimittelmarkt und
mehr als 80 Prozent des Exports.
    
    Im Einzelnen hat die Anfang dieser Woche durchgeführte Umfrage
ergeben, dass zwei Drittel der VFA-Mitgliedsunternehmen sich
gezwungen sehen, Arbeitsplätze abzubauen. 29 Prozent  kündigten an,
geplante Neueinstellungen zurück zu stellen. Damit droht eine Umkehr
der positiven Beschäftigungsentwicklung der Branche, nachdem von 1995
bis 2001 die Zahl der Mitarbeiter am Standort Deutschland um rund
zehn Prozent auf mehr als 80.000 angestiegen war.
    
    Auch bei den Investitionen und Forschungsaufwendungen zwingt das
Sparpaket, so Yzer, die Branche zu drastischen Konsequenzen: Fast die
Hälfte der Unternehmen will das Investitions-Volumen senken. 38
Prozent der Unternehmen planen einen Investitionsstopp. Des Weiteren
erwägen 38 Prozent der Hersteller  eine Absenkung der
Forschungsaufwendungen. Weitere 41 Prozent werden die Ausgaben auf
diesem Gebiet einfrieren. "Die überproportionalen Belastungen für die
forschenden Arzneimittelherstellern haben überdies negative
Auswirkungen auf zukünftige Standortentscheidungen",  betonte Yzer.
Alle befragten Unternehmen sehen strategische Fragen über zukünftige
Standorte massiv negativ berührt. Die Attraktivität ausländischer
Standorte werde durch diese Gesetzesvorhaben weiter erhöht.
    
    "Die Unternehmen sind davon ausgegangen, dass man sich auf ein
Wort der Bundesregierung verlassen kann und sehen sich jetzt
getäuscht", fasste die VFA-Hauptgeschäftsführerin die Stimmungslage
nach dem von der rot-grünen Koalition angekündigten Bruch der im
November 2001 von forschenden Arzneimittelherstellern und der
Bundesregierung geschlossenen Solidarvereinbarung zusammen. Damals
hatte die pharmazeutische Industrie einen Solidarbeitrag von rund 205
Millionen Euro zur Entlastung der Gesetzlichen Krankenversicherung
bereit gestellt; die Bundesregierung hatte im "gemeinsamen Interesse
an Erhalt und Ausbau eines innovativen Pharmaziestandortes
Deutschland" verbindlich zugesagt, bis Ende 2003 auf gesetzliche
Preisregulierungen für festbetragsfreie verschreibungspflichtige
Arzneimittel zu verzichten. "Auch international sorgen die Pläne für
erhebliche Unruhe. Das Vertrauen in die deutsche Politik hat in den
letzten Tagen gerade bei unseren ausländischen Unternehmen, die
erheblich in den Standort Deutschland investieren, einen nachhaltigen
Schaden erlitten. Die Bundesregierung muss diesen Vertrauensverlust
so schnell wie möglich wieder beheben", forderte Yzer abschließend.
    
    Bei den 44 Mitgliedsunternehmen des VFA sind mehr als 80.000
Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt. Mehr als 14.000 von ihnen
arbeiten in den Bereichen Forschung und Entwicklung. Ingesamt
investierten die forschenden Arzneimittelhersteller im vergangenen
Jahr rund 1,3 Milliarden Euro in Deutschland. Die Ausgaben für
Forschung und Entwicklung betrugen im Jahr 2001 rund 3,4 Milliarden
Euro. Die Mitgliedsfirmen verwenden 6,0 Prozent ihres Umsatzes für
Investitionen und 15,9 Prozent für Ausgaben in Forschung und
Entwicklung in Deutschland.
    
    
ots Originaltext: Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA)
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

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