UNICEF: Einen Monat nach Erdbeben in Venezuela brauchen Tausende Kinder weiter Hilfe
Caracas / New York / Köln, den 24. Juli 2026
Einen Monat nach zwei aufeinanderfolgenden schweren Erdbeben in Venezuela ist die Not der betroffenen Kinder und Familien weiterhin groß. Derzeit leben fast 23.100 Menschen in provisorischen Lagern in La Guaira, im Hauptstadtbezirk sowie in den Bundesstaaten Miranda und Aragua. UNICEF ist im Einsatz, um rund 470.000 Menschen, darunter 169.000 Kinder, mit lebenswichtiger Nothilfe zu erreichen.
„Die Erdbeben haben viel Leid über Kinder in Venezuela gebracht und ihr Leben von einem Moment auf den anderen erschüttert. Die spontane große Hilfsbereitschaft auch aus Deutschland war in dieser Situation lebensrettend und hat den Familien Hoffnung gegeben“, sagt Gabriel Vockel, stellvertretender Leiter von UNICEF in Venezuela. „Während der erste Schock nun vorbei ist, reichen die humanitären Folgen weit und verschärfen die Not der Kinder, die schon vor den Erdbeben wegen der wirtschaftlichen Lage groß war. UNICEF war, ist und bleibt vor Ort, um Kinder und Familien unter anderem mit Wasser, medizinischer Hilfe, Hygieneartikeln und auch psychosozialer Hilfe zu unterstützen.“
In Folge der Erdbeben mit einer Stärke von 7,2 und 7,5 sind mindestens 5.390 Menschen gestorben und wurden 16.700 Menschen verletzt. Mehr als 1.400 Nachbeben folgten. Inzwischen wird das Ausmaß der Schäden immer deutlicher: Mindestens 856 Gebäude sind beschädigt; 190 davon sind vollständig eingestürzt. Schäden an Gesundheitseinrichtungen und Hunderten Schulen beeinträchtigen die Grundversorgung von Tausenden von Kindern. Die anhaltenden Nachbeben stellen weiterhin eine Gefahr für Familien dar, die in provisorischen Unterkünften leben.
Kinder, die von Krisen und Katastrophen betroffen sind, haben ein erhöhtes Risiko für psychische Belastungen, Gewalt, Vernachlässigung, Ausbeutung und die Trennung von ihren Familien. Überfüllte Unterkünfte, unterbrochene Alltagsabläufe und anhaltende Ungewissheit können diese Risiken weiter erhöhen.
UNICEF arbeitet mit der Regierung, anderen UN-Organisationen und humanitären Partnerorganisationen zusammen, um Kinder und Familien zu unterstützen und mit lebensrettender Hilfe in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Wasser und Sanitärversorgung, Kinderschutz, Bildung und soziale Sicherung zu erreichen.
Bisher hat UNICEF mehr als 82 Tonnen Hilfsgüter verteilt, darunter Gesundheitssets, Ausrüstung zur Wasseraufbereitung und -lagerung sowie Materialien für frühkindliche Entwicklung und Freizeitaktivitäten. In provisorischen Lagern und betroffenen Gemeinden haben UNICEF und seine Partnerorganisationen:
- mehr als 8.900 Menschen mit sauberem Wasser versorgt. Dafür haben Teams in drei Übergangslagern in La Guaira täglich 80.000 Liter Wasser verteilt und Hygieneartikel für bis zu 29.000 Menschen bereitgestellt.
- In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium hat UNICEF mobile Teams dabei unterstützt, mehr als 21.000 Menschen – darunter Kinder und schwangere Frauen – medizinisch unter anderem mit Impfungen zu versorgen. Darüber hinaus stattete UNICEF 198 Gesundheitseinrichtungen mit wichtigen Medikamenten für bis zu 49.000 Menschen aus.
- Mehr als 5.000 Menschen haben Angebote im Bereich Ernährung genutzt. Dazu gehörten Untersuchungen auf akute Mangelernährung, die Versorgung mit Mikronährstoffen, Ernährungs- und Stillberatung.
- In Übergangslagern in La Guaira haben UNICEF und Partner kinderfreundliche Räume eingerichtet und damit mehr als 4.000 Kinder, Jugendliche und Betreuungspersonen mit psychosozialer Unterstützung, Freizeitaktivitäten, Fallmanagement und spezialisierten Kinderschutzangeboten erreicht.
- Zudem unterstützt UNICEF in wichtigen Bereichen wie Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, Gesundheit, Ernährung und Bildung die Erhebungen zum Wiederaufbaubedarf nach der Katastrophe. Diese sollen dazu beitragen, die Grundversorgung von Kindern und ihren Familien in den betroffenen Gebieten schneller wiederherzustellen.
„Unsere Hilfe geht weiter - und wir hoffen, dass auch die Hilfsbereitschaft anhält", sagt Gabriel Vockel.
UNICEF Deutschland ruft zu Spenden für die Kinder in Venezuela auf
UNICEF ruft dringend zu Spenden auf: www.unicef.de
Deutsches Komitee für UNICEF e.V.
SozialBank Köln
DE57 3702 0500 0000 3000 00
BFSWDE33XXX
Stichwort: Erdbeben Venezuela
Service für Redaktionen
» Gabriel Vockel, stellv. Leiter der UNICEF-Programme in Venezuela, steht für Interviews aus Caracas zur Verfügung.
» Bild- und Videomaterialien stehen hier für die Berichterstattung zur Verfügung.
Über UNICEF: Hilfe für Kinder seit 80 Jahren
Das UN-Kinderhilfswerk wurde vor 80 Jahren am 11. Dezember 1946 ins Leben gerufen, um Kindern im vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Europa zu helfen. Heute setzt sich UNICEF weltweit in über 190 Ländern für die Umsetzung der Rechte aller Kinder ein. Von der schnellen Nothilfe bis zu langfristigen Programmen hilft UNICEF, dass Mädchen und Jungen überall auf der Welt gesund und geschützt groß werden und ihre Fähigkeiten voll entfalten können.
Das Deutsche Komitee für UNICEF mit Sitz in Köln wurde 1953 als Verein gegründet und ist heute eine der wichtigsten Stützen der weltweiten UNICEF-Arbeit. In ganz Deutschland sind rund 7.000 ehrenamtliche Erwachsene und Jugendliche für UNICEF aktiv. Mit Programmen und politischer Arbeit trägt UNICEF Deutschland auch hierzulande zu einem besseren Verständnis der Rechte und der Belange von Kindern bei. Weitere Informationen: www.unicef.de.
Medienkontakt:
UNICEF Deutschland, Ninja Charbonneau, Sprecherin, 0221/93650-315, presse@unicef.de Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand. Folgen Sie uns auf: Web | LinkedIn | Facebook | Instagram | TikTok | WhatsApp