ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Medien-Info: ver.di trauert um Herbert Mai
Ver.di trauert um Herbert Mai
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) trauert um den ehemaligen Vorsitzenden der ver.di-Gründungsgewerkschaft ÖTV, Herbert Mai. Er verstarb am 2. April 2026. Herbert Mai ist 78 Jahre alt geworden.
„Die Gewerkschaftsbewegung im Allgemeinen und ver.di im Besonderen haben einen außergewöhnlichen Menschen und großen Gewerkschafter verloren“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. Herbert Mai, der als Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) maßgeblich zur ver.di-Gründung beitrug, habe in seiner aktiven Zeit mit Herzblut, Weitblick und großer Entschlossenheit die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertreten. „Herbert Mai war ein pragmatischer Reformer und Modernisierer: eher ein Mann der leisen Töne, der gut zuhören konnte und auf Argumente vertraute, die er sorgsam abwog. Er wird uns fehlen.“
Herbert Mai wurde 1947 in Dalheim/Rödgen in Nordrhein-Westfalen geboren. Nach seiner Ausbildung für den gehobenen Verwaltungsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen arbeitete er als Regierungsinspektor beim Regierungspräsidium Düsseldorf. Seit seinem Gewerkschaftseintritt im Jahr 1964 hatte sich Herbert Mai in der ÖTV-Jugend auf Kreisverwaltungs- und Landesebene engagiert. 1971 wurde er hauptamtlicher Bezirksjugendsekretär der ÖTV Hessen, wo er für Jugend, Bildung und Berufsbildung zuständig war. Fünf Jahre später übernahm er zusätzlich die Bereiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Grundsatzfragen. 1980 wurde Herbert Mai zum stellvertretenden Bezirksvorsitzenden in Hessen gewählt, 1982 dann zum Vorsitzenden des ÖTV-Bezirks Hessen; es folgten drei Wiederwahlen in dieses Amt.
1995 wählte ihn ein außerordentlicher Gewerkschaftstag der ÖTV zu ihrem Vorsitzenden. Damit folgte er Monika Wulf-Mathies. 1996 wurde Herbert Mai erneut zum ÖTV-Vorsitzenden gewählt, ein Amt, das er bis zum Herbst 2000 ausübte. Auf dem Gewerkschaftstag der ÖTV in Leipzig, auf dem die entscheidenden Weichen für die Fusion der Gewerkschaft ÖTV mit der DAG, der HBV, der DPG und der IG Medien gestellt werden sollten, bekam er nicht die nötige Zustimmung der Delegierten für die Fusionsbeschlüsse. Deshalb legte Herbert Mai seinen Vorsitz nieder und stellte sich nicht zur Wiederwahl. Wenige Monate nach seinem Rückzug aus der ÖTV-Spitze wechselte Mai in die Position des Arbeitsdirektors der Fraport AG, wo er bis zu seinem Renteneintritt im September 2012 für den Ausgleich von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberinteressen in einem modernen, großen Dienstleistungsunternehmen wirkte.
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