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Medien-Info: ver.di-Analyse des DGB-Index Gute Arbeit zu Arbeitszeitrealitäten im Dienstleistungssektor: Belastungen hoch, Gestaltungsspielraum ausbaubar

Ver.di-Analyse des DGB-Index Gute Arbeit zu Arbeitszeitrealitäten im Dienstleistungssektor: Belastungen hoch, Gestaltungsspielraum ausbaubar

Im Dienstleistungssektor sind Risiken durch Arbeitsstress, Arbeiten trotz Krankheit und atypische Arbeitszeiten verbreitet; Gestaltungsspielräume verbessern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und schützen die Arbeitsfähigkeit, stehen aber nicht allen zur Verfügung. Das sind zentrale Ergebnisse der ver.di-Analyse des DGB-Index Gute Arbeit zu Arbeitszeitrealitäten im Dienstleistungssektor. ver.di hat die Daten der Repräsentativbefragungen mit dem DGB-Index Gute Arbeit der Jahrgänge 2024 und 2020 für den Dienstleistungssektor mit Fokus auf die Arbeitszeitrealitäten ausgewertet. Fast Dreiviertel (71,2 Prozent) der Beschäftigten arbeiten auch am Wochenende, abends oder in Schichten. Über die Hälfte (53,8 Prozent) ist in hohem Maß von Arbeitshetze und Zeitdruck betroffen. Nur ein Drittel (37,5 Prozent) geht nie krank zur Arbeit. „Bei solchen Rahmenbedingungen wundert es nicht, dass viele Beschäftigte ihre Arbeitszeiten reduzieren wollen bzw. es auch tatsächlich tun“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Rebecca Liebig, zuständig für den Bereich Innovation und Gute Arbeit.

Hauptgründe für Teilzeitbeschäftigung: die Arbeitsbelastung wäre andernfalls zu hoch (41,7 Prozent haben aus diesem Grund ihre Arbeitszeiten reduziert) und Sorgearbeit für Kinder (49,3 Prozent) oder pflegebedürftige Angehörige (16,7 Prozent). 53,3 Prozent der Frauen im Dienstleistungssektor arbeiten in Teilzeit – mehr als die Hälfte (55,6 Prozent) von ihnen wegen Kinderbetreuung, knapp ein Fünftel wegen der Pflege von Angehörigen (18,6 Prozent). Männer reduzieren ihre Arbeitszeiten seltener (16,4 Prozent) und geben als Grund deutlich seltener Sorgearbeit an (Kinderbetreuung 22,1 Prozent, Pflege von Angehörigen 8,8 Prozent).

Vereinbarkeitsschwierigkeiten sind verbreitet: 34 Prozent der befragten Beschäftigten sind sehr häufig bzw. oft von Zeitkonflikten zwischen Privatleben und Arbeit betroffen. Über die Hälfte der Beschäftigten im Einzelhandel (55,3 Prozent), dem Gesundheits- (54,6 Prozent) und Sozialwesen (57,9 Prozent) sind sehr häufig bzw. oft zu erschöpft, um sich nach der Arbeit um familiäre/private Angelegenheiten zu kümmern. „Zeit ist eine umkämpfte Ressource. Das betrifft die Aufteilung der unbezahlten Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern und das betrifft das Ausmaß, in dem Arbeitgeber über die Zeit der Beschäftigten verfügen dürfen“, so Liebig.

Spielräume bei der Arbeitszeitgestaltung sind eine positiv wirkende Ressource. Sie werden aber nicht allen Beschäftigten ermöglicht. Deutlich wird die positive Wirkung von Gestaltungsspielräumen auf den Erhalt der Arbeitsfähigkeit bis zur Rente (38 Prozent mit geringen Spielräumen, 62,8 Prozent mit großen Spielräumen sind optimistisch) und die Vereinbarkeit (72,8 Prozent mit großen Spielräumen versus 53,3 Prozent mit geringen Spielräumen haben keine Vereinbarkeitsprobleme). „ver.di macht sich seit vielen Jahren dafür stark, die Gestaltungsspielräume für die Beschäftigten besser zu erschließen und durch kollektive Regelungen fair und transparent abzusichern. Tarifvertragliche Regelungen ermöglichen bereits heute auf Grundlage des Arbeitszeitgesetzes in vielen Branchen und Unternehmen große Spielräume. Hier gilt es anzusetzen und weiterzumachen“, unterstreicht Liebig.

Weitere Informationen und Link zur Auswertung: https://innovation-gute-arbeit.verdi.de/themen/arbeitszeit/++co++fb31dfb8-f05c-11f0-913e-533077807913

Für Rückfragen: Astrid Schmidt, 030-6956-1364

V.i.S.d.P.

Richard Rother
ver.di-Bundesvorstand
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin

Tel.: 030/6956-1011, -1012
E-Mail:  pressestelle@verdi.de
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