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16.03.2004 – 11:45

Statistisches Bundesamt

Statistisches Bundesamt: Kindertagesbetreuung in West- und Ostdeutschland

Wiesbaden (ots)

Bei Kindertagesbetreuung unterscheiden sich
West- und Ostdeutschland auch mehr als ein Jahrzehnt nach der
Wiedergewinnung der deutschen Einheit immer noch deutlich:
Im früheren Bundesgebiet gab es Ende 2002 - rechnerisch - für 88%
der 3- bis 6 1/2 -jährigen Kinder einen Kindergartenplatz, aber nur
für 3% der Krippenkinder (unter 3 Jahre) und 5% der Hortkinder (6 1/2
- 11 Jahre).
In den neuen Ländern konnten 37% der Krippenkinder und 41% der
Hortkinder Tagesbetreuung in Anspruch nehmen. Für jedes Kind im
Kindergartenalter stand hier statistisch gesehen ein Platz zur
Verfügung (105%). Diese und weitere Ergebnisse der Statistik der
Kindertagesbetreuung in Deutschland hat der Präsident des
Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, heute in Berlin
vorgestellt.
Während in Westdeutschland in den 90er Jahren die verfügbaren
Plätze von 1,7 Mill. auf 2,3 Mill. aufgestockt wurden, wurde in
Ostdeutschland nach dem dramatischen Geburtenrückgang Anfang der 90er
Jahre mehr als die Hälfte der dortigen Einrichtungen geschlossen -
zwischen 1991 und 2002 rund 9 500 Kindergärten, -krippen und -horte;
knapp 500 000 Plätze gingen dadurch verloren.
Auch beim zeitlichen Betreuungsumfang sind die Unterschiede groß:
So boten 2002 in Westdeutschland erst 24% der
Kindergartenkinderplätze eine Ganztagsbetreuung, während diese in
Ostdeutschland die Regel war (98%). Stellt man die Anzahl der
Ganztags-Kindergartenplätze der Zahl der Kindergartenkinder
gegenüber, ergibt sich für Westdeutschland ein
Ganztags-Platz-Kind-Verhältnis von 21%, für Ostdeutschland von 103%.
Ein gesamtdeutscher Trend geht hingegen zur altersgemischten
Erziehung: Kinder vom Baby- bis ins Schulalter werden zunehmend
gemeinsam betreut. Der Anteil so genannter Kombi-Einrichtungen,
welche dies praktizieren, lag 2002 bei 32% (15 200) aller
Kindertageseinrichtungen und hat sich gegenüber 1990/1991 (11%)
verdreifacht.
Eine Vorausberechnung der Platz-Kind-Relationen bis 2015 ergibt:
Nach der mittleren Variante der 10. koordinierten
Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes vom Juni
2003 wird die Zahl der Kinder in Deutschland weiter zurückgehen. Im
früheren Bundesgebiet werden danach im Jahr 2015 etwa 14% weniger
Kinder im Alter bis 11 Jahre leben als heute. Bei unveränderter
Platzzahl für Krippen- und Hortkinder ergäbe sich nur eine marginale
Verbesserung des Angebots um 0,2 Prozentpunkte für Krippenkinder und
um 0,9 Prozentpunkte für Hortkinder. Für Kindergartenkinder stiege
das Platz-Kind-Verhältnis deutlich; mit 103,5% würde rechnerisch
jedem Kindergartenkind ein Platz zur Verfügung stehen. In den neuen
Ländern wird bis 2015 die Zahl der Kinder bis 11 Jahre
voraussichtlich wieder um etwa 10% wachsen. Bei unveränderter
Platzzahl würde das Angebot knapper, das Platz-Kind-Verhältnis für
Kindergartenkinder ginge auf 96% zurück. Für Hortkinder würde es bis
2015 auf 35% sinken. Lediglich im Krippenbereich ergäbe sich
praktisch keine Änderung.
Auch beim Personal in Kindertageseinrichtungen bestehen deutliche
Unterschiede: Im früheren Bundesgebiet war das Personal 2002 fast zu
gleichen Teilen in Voll- oder Teilzeit beschäftigt, in den neuen
Ländern arbeiteten dagegen 80% als Teilzeitkräfte. Die befristete
Beschäftigung hat bundesweit zwischen 1998 und 2002 deutlich
zugenommen, und zwar um 55% auf 53 800 Beschäftigte. Mit 17% (48 000
Beschäftigten) war der Anteil der befristet Beschäftigten im früheren
Bundesgebiet deutlich höher als in den neuen Ländern (7%; 4 700
Beschäftigte). Unterschiede zeigen sich auch in der Altersstruktur
des Personals: Ende 2002 waren im früheren Bundesgebiet 42% der
Beschäftigten über 40 Jahre alt (1990: 22%), in den neuen Ländern
sogar 69% (1991: 40%).
Diese und weitere Ergebnisse enthält die Broschüre
"Kindertagesbetreuung in Deutschland - Einrichtungen, Plätze,
Personal und Kosten 1990 bis 2002", die kostenlos im Internetangebot
des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de, Pfad: Presse /
Presseveranstaltungen abrufbar ist.
Weitere Auskünfte erteilt:	 Zweigstelle Bonn,
Dorothee von Wahl,
Telefon: (01888) 644-8167,
E-Mail: jugendhilfe@destatis.de
ots-Originaltext
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