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05.06.2003 – 11:20

Greenpeace e.V.

Kein Umschlag aus Kahlschlag
Greenpeace-Protest bei der Post-Hauptversammlung in Köln

    Köln    Köln (ots)

Vor den versammelten Aktionären der Deutschen Post AG
in Köln haben Greenpeace-Aktivisten heute Vormittag gegen die
Zerstörung der letzten Urwälder in Finnland protestiert. Es gelang
ihnen, während der Rede des Vorstandsvorsitzenden Dr. Klaus Zumwinkel
in der Köln Arena ein zuvor als Rock getarntes Banner zu entrollen
mit der Forderung "Urwälder zu Briefumschlägen - Schluss damit". Seit
den ersten Protesten Mitte April hat die Post nicht die Forderung von
Greenpeace umgesetzt, für ihre Briefumschläge kein Papier mehr zu
verwenden, für das die letzten Urwälder Finnlands gerodet werden.
    
    "Die Post muss sich endlich ihrer Verantwortung für die Umwelt
stellen. Sie darf keine Briefumschläge mehr verkaufen, für die
finnische Urwälder zerstört werden", sagt Greenpeace-Waldexperte
Oliver Salge. "Statt des Urwaldpapiers sollte die Post besser
Recyclingware kaufen."
    
    Bei Gesprächen mit Greenpeace hatte sich die Post zwar
aufgeschlossen gezeigt und zugesagt, mit den Herstellern der
Umschläge zu reden. Aber bislang verzichtet sie nicht auf die
umstrittenen Papierprodukte.
    
    Hergestellt werden die von der Post gehandelten Briefumschläge von
den Firmen Herlitz und Bong, den größten deutschen Produzenten dieser
Ware. Herlitz und Bong beziehen das Papier unter anderem von Europas
größtem Papierhersteller Stora Enso in Finnland. Der Konzern ist
maßgeblich an der Abholzung der letzten finnischen Urwälder
beteiligt, da er der wichtigste Käufer von Urwaldholz ist, das der
staatliche finnische Forstbetrieb einschlägt.
    
    Von den einstmals großen Urwäldern in Finnland hat nur ein
geringer Teil überlebt. Lediglich knapp die Hälfte der verbliebenen
10.000 Quadratkilometer (das entspricht ungefähr den Waldgebieten
Hessens) ist bisher geschützt. Die Urwälder sind eine
Existenzgrundlage der Samen, den traditionellen Einwohnern
Nord-Finnlands. Ohne Urwälder können sie ihre Rentierzucht nicht mehr
betreiben. Die Urwälder sind zudem Lebensraum seltener Tiere und
Pflanzen. Über 500 verschiedene Arten sind durch die Abholzung
bedroht.
    
ots Originaltext: Greenpeace e.V.
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Oliver Salge, Tel. 0171-6035
531, und Pressesprecherin Carmen Ulmen, Tel. 0171-8780 840.
Hintergrundpapiere zu den finnischen Urwäldern erhalten Sie unter
Tel. 040-30618-336, Fotos von der Aktion unter 040-30618-376/377.
Internet: www.greenpeace.de/urwald.

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