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Rheinische Post: Kein Nahost-Einsatz

    Düsseldorf (ots) - Von Stefan Reker

    Alles spricht dagegen. Deutsche Soldaten in einer Uno-Truppe im Libanon passen nicht zur Lage - und zwar weder zur Krisenlage in Nahost noch zur aktuellen Lage der Bundeswehr. Die verfügt im Moment nicht mal über genügend intakte Hubschrauber und gepanzerte Geländewagen. Daher könnten diejenigen im Bundestag, die jetzt mit Gedanken an einen Bundeswehreinsatz im Libanon spielen, am Ende ganz kleinlaut werden. Als historische Konsequenz aus dem Holocaust ergibt sich eine besondere Loyalität Deutschlands zu Israel. Die Bundeskanzlerin hat sich mit erfreulicher Klarheit zu dieser Staatsräson bekannt. Daraus folgt aber auch, dass viele Araber Deutschland (mit Recht) für parteiisch halten würden - keine gute Voraussetzung für eine Vermittlerrolle. Mancher Politiker scheint sich das Bild deutscher Uniformen in Nahost geradezu als krönenden Beweis der Normalität und der wiedererlangten Souveränität zu wünschen. Doch man stelle sich nur einen Moment vor, ein deutscher Soldat würde im Uno-Einsatz auf einen Israeli schießen. Diese historisch-moralische Belastung kann man niemandem zumuten. Krampfhaft Normalität demonstrieren zu wollen, kann auch nach hinten losgehen.

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