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Rheinische Post: Benedikts Mahnung

    Düsseldorf (ots) - Von Reinhold Michels

    Benedikt XVI. ist in dem Land, dessen Gesicht sein Vorgänger mit verändert hat. Als Johannes Paul II. vor 27 Jahren erstmals als Papst nach Polen kam, gab es noch die kommunistische Zwangsherrschaft. Heute gehören die Polen zur EU-Familie, mit all den Gefahren für Freie, ihre Freiheit mit Bindungslosigkeit zu verwechseln. Benedikt bewegte sich spurtreu zu Johannes Paul II. und ermahnte die Polen, ihr katholisches Erbe zu bewahren, es an die nächste Generation weiter zu geben. Und Benedikt predigte in Warschau eines seiner Kernanliegen: die überlieferten Wahrheiten, die die Kirche seit 2000 Jahren lehrt, nicht zeitgeist-anfällig zu relativieren. Dass er gleichzeitig einen Teil der polnischen Priesterschaft zur Rückbesinnung auf ihre geistliche Aufgabe ermahnte, war ein dringend notwendiger Fingerzeig an politisierende, erzkonservative, nationalistische Kirchenmänner. Morgen besucht der deutsche Papst Auschwitz, die Gipfelstätte deutscher Mordraserei. Weil "Auschwitz" geschehen ist, haben viele Menschen, als sie das Unfassbare erfuhren, ihren Glauben an Gott verloren. Dort mit Überlebenden zu beten, wie es Benedikt tun wird, erfordert tiefe Religiosität und feinstes Gespür. Beides ist Benedikt XVI. eigen.

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