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Rheinische Post: Große Leere

    Düsseldorf (ots) - Von Jörg Isringhaus

    Schon verrückt, diese Pop-Welt. Da kommen ein paar grotesk verkleidete Finnen daher, grölen "Hard Rock Hallelujah" und treiben damit viele Grand-Prix-Fans in die Sinnkrise. Dabei sind die Zeiten (wenn es sie je gab), in denen der Komponisten-Wettbewerb irgendetwas aussagte über den Zustand des europäischen Liedes oder gar der Popmusik, lange vorbei. Auch Karrieren lassen sich aus Grand-Prix-Siegen längst nicht mehr schmieden. Gesungen, gewonnen, vergessen. Große Leere statt Großer Preis. Heute ist der Song Contest nur noch Spektakel, ein One-Night-Stand. Ohne Skandal läuft nichts, zumal sich der versendet. Und was hat der Grand Prix nicht schon an Quatsch verdaut, von Guildo Horn bis zum Österreicher Alf Poier. Auch die unappetitlichen Finnen werden verschwinden, und nächstes Jahr tanzen fünf nackte Armenier Kasachok. Die dank bester nachbarschaftlicher Kontakte auch noch gewinnen. Denn will man dem Song Contest die Würde zurückgeben, müsste sich der Abstimmungsmodus ändern. So lange sich aber benachbarte Länder gegenseitig die Punkte zuschieben, so lange weist dieser Wettbewerb nicht über sich selbst hinaus. Vielleicht zeigt sich an den Masken der Finnen auch nur das Wissen um diese künstlerische Belanglosigkeit.

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