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Rheinische Post: Klartext unter Freunden

    Düsseldorf (ots) - Von Stefan Reker

    Mit dem deutsch-französischen Ministerrat, dem ersten nach Amtsantritt von Kanzlerin Angela Merkel, ist wieder die Alltagsarbeit eingekehrt. In Berlin ging es, anders als bei Merkels Antrittsbesuch in Paris, nicht mehr um die Eleganz von Handküssen, sondern um Interessenpolitik  mit gemeinsamen, aber auch getrennten Richtungen. Frankreichs Präsident Chirac hat bekanntlich keinerlei Hemmungen, nationale Interessen offensiv zu vertreten. Dasselbe dürfen die Deutschen von der Bundesregierung erwarten. Die deutsch-französische Freundschaft funktioniert inzwischen unabhängig von den Personen der jeweils Regierenden. Für beide Seiten gehört die Zusammenarbeit längst zur Staatsräson. Hier gilt wie im Verhältnis zu den USA: Freunde sprechen Klartext miteinander  allerdings nicht schreiend auf Marktplätzen, sondern ruhig unter vier Augen. So machte Merkel hinter den Kulissen klar, dass sie sich einen durchlässigen europäischen Energiemarkt anders vorstellt als Chirac  wobei die deutschen Strukturen bislang auch nicht gerade vorbildlich sind. Ohnehin gilt: die wichtigsten Probleme sind nur im EU-Maßstab zu lösen. Deshalb ist die Achse Berlin-Paris letztlich nur so viel wert, wie sie den gesamten europäischen Wagen voranbringt. Darauf nimmt Merkel sehr viel mehr Rücksicht als ihr Amtsvorgänger. Das unterscheidet sie auch von Chirac.

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