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Rheinische Post: Koalitions-Flegel

    Düsseldorf (ots) - Von Margarete van Ackeren

    Sunnyboy nach außen, kleiner Flegel nach innen mit - dieser Rolle hat Horst Seehofer Erfahrung. Beste Erfahrung. Denn er versteht es auf unnachahmliche Weise, die Macher- und die Oppositionsrolle gleichermaßen auszufüllen. Sei es als Vize-Chef der CSU, als offizieller Landwirtschafts- oder als Schatten-Gesundheitsminister. So steht Seehofer immer ein wenig neben der Politik, die er selbst zu verantworten hat, und er erreicht auf der Popularitäts-Skala Spitzenwerte. Wie weit ihn das im bayerischen "Erbfolgekrieg" nach oben bringt, muss sich zeigen. Nach Seehofers harscher Kritik an Münteferings Rentenvorstoß reicht's den Sozialdemokraten. Sie fordern von Seehofer mehr Loyalität. Die Arbeitsteilung "Die Roten sind für die schlechten Nachrichten zuständig, die Schwarzen für die guten" wollen sie nicht hinnehmen. Fix wurde beschlossen, dass Münteferings Plan der schnelleren Einführung des Renteneinstiegs mit 67 ab jetzt Befehl ist. So richtig die Entscheidung in der Sache ist: Das Verfahren hat etwas Handstreichartiges. Wenn diese Koalition jedenfalls bei streitigen Themen nur mit der Devise "Deckel drauf" reagieren kann, wird man sich vielleicht schon bald mehr Flegel wünschen, die mit Widerworten öffentliche Debatten erzwingen.

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