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Rheinische Post: Frage der Ehrlichkeit

    Düsseldorf (ots) - Von Margarete van Ackeren

    Schön wär's, wenn die Rentenfrage noch eine Frage der politischen Haltung wäre. Schön wär's, wenn sie sich noch nach dem Muster "einerseits, andererseits" bereden ließe. Doch längst dreht sich alles um schnöde Mathematik. Es reicht vorne und hinten nicht. Da geht es nicht mehr um gerechte Verteilung, sondern nur noch um möglichst gerechte Verteilung der Ungerechtigkeiten, die durch jahrzehntelanges Lügen ohnehin entstanden sind. Dass Franz Müntefering den Mut aufbringt, die Probleme anzusprechen, verdient höchsten Respekt. Schon der Koalitionsvertrag enthielt nach den alten Maßstäben deutscher Rentenpolitik schmerzhafte Wahrheiten. Dass die heutigen Rentner auf Jahre oder gar Jahrzehnte keine Erhöhung mehr bekommen, ist eine harte Nuss. Wenn Müntefering jetzt einen etwas besseren Ausgleich zwischen der mittleren und der jungen Generation anstrebt, ist dies ein weiterer Schritt zu mehr Ehrlichkeit. Dass der CDU-Generalsekretär und der Ministerpräsident von Hessen sich nicht wohlfeil davonstehlen, sondern den SPD-Mann bei diesem Vorstoß unterstützen, zeigt: Es gibt noch Politiker, die nicht nur über Verantwortung reden, sondern sie auch wahrnehmen, wenn's hart wird. Und es wird hart.

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