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Rheinische Post: Weniger ist mehr

    Düsseldorf (ots) - Von Gerhard Voogt

    Was ist wichtiger: Der Schutz von Neunaugen oder der Arbeitsplatz eines Rheinschiffers? Im Streit um die Flora-Fauna-Habitat Richtlinie stehen sich alte Rivalen gegenüber. Ökologie und Ökonomie, Brüssel und Düsseldorf, Kapitäne und Umweltschützer. Minister Eckhard Uhlenberg holt die Interessenvertreter heute zum Krisengipfel an einen Tisch. Das Papier, das er vorstellt, ist ein solider Kompromiss. Es macht wenig Sinn, den Strom auf der gesamten Länge zwischen Königswinter und Emmerich unter Schutz zu stellen. In NRW hängen 70.000 Jobs von der Rheinschifffahrt ab. Wer den Ausbau der Häfen verhindert, gefährdet viele Arbeitsplätze - ohne den bedrohten Neunaugen damit zu helfen. Der Niederrhein ist in den meisten Abschnitten breit genug, um den Wanderfischen in den Uferzonen Schutz zu bieten. An Engpässen, wo den Fischen dieser Raum fehlt, würde eine tiefer ausgebaggerte Fahrrinne den Tieren das Überleben noch schwerer machen. Deswegen stellt der Minister diese unter den EU-Schutz. Weniger ist mehr  das gilt auch hier wieder. Sinnvoller Tierschutz spiegelt sich in differenzierten Maßnahmen. Wer Pauschal-Lösungen fordert, entwertet den Naturschutzbegriff.

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