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Rheinische Post: Problem mit Polen

    Düsseldorf (ots) - Von Doris Heimann

    Nach der Wahl von Lech Kaczynski zum neuen polnischen Präsidenten drohen dem deutsch-polnischen Verhältnis schwierige Zeiten. Der national-konservative Politiker hat Ideen für das außenpolitische Auftreten seines Landes, die Polen unweigerlich in Konflikte mit seinen Nachbarn führen werden. Kaczynski möchte, dass Polen künftig mehr Stärke demonstriert. Nach seiner Ansicht haben sich polnische Politiker bisher wie Knetmasse dem Willen Berlins oder Moskaus gebeugt. Damit soll nun Schluss sein. Mit Deutschland will Kaczynski Klartext reden. Besonders das geplante Zentrum gegen Vertreibungen und die Entschädigungsklagen sind ihm ein Dorn im Auge. Die markigen Worte werden kaum dazu beitragen, Polen in Europa mehr Gewicht zu verleihen. Vielmehr droht dem Land Außenseitertum. Denn als gleichberechtigter Partner ernst genommen wird man nicht, indem man aufgrund der eigenen Minderwertigkeitskomplexe allen Nachbarn gegen das Schienenbein tritt. Als Partner zählt, wer innerhalb der internationalen Strukturen mitarbeitet. Ein Problem mit Kaczynski ist, dass keiner ihn kontrollieren wird. Denn seine Partei hat auch die Parlamentswahl gewonnen.

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