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Rheinische Post: Kommentar: Leben retten mit Organspende

Düsseldorf (ots) - Die Vertrauenskrise nach dem großen Organspendenskandal ist zum Glück ausgestanden. Mehr Menschen sind wieder bereit, sich im Todesfall ihre Organe entnehmen zu lassen, um anderen Menschen das Leben zu retten. Allerdings lassen die Kliniken zu oft Chancen verstreichen, eine Organspende auf den Weg zu bringen. Die Gründe sind vielfältig: Zu wenig Personal, anstrengende Gespräche mit den Angehörigen, eine zu geringe Vergütung für den Aufwand. Das von Gesundheitsminister Jens Spahn geplante Gesetz kann die organisatorischen Grundlagen verbessern.

Danach wird man abermals auf die Frage schauen müssen, ob es genug Organspender gibt. Die Bereitschaft zur Organspende ist eine zutiefst persönliche Frage, die jeder aus freien Stücken entscheiden können sollte. Um mehr Menschen zu einer Entscheidung zu bringen, muss es nicht zu einer Widerspruchslösung kommen, wonach man zu Lebzeiten widersprechen muss, wenn man für Organspende nicht zu Verfügung steht. Besser sollten die Krankenkassen die Versicherten anschreiben mit der Aufforderung, eine Entscheidung für oder gegen eine Organspende zu treffen. Wer sich mit dem Thema nicht beschäftigen möchte, dem sollte diese Freiheit erhalten bleiben.

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