Alle Storys
Folgen
Keine Story von Rheinische Post mehr verpassen.

Rheinische Post

Rheinische Post: Kommentar: Merkel steht mit dem Rücken zur Wand

Düsseldorf (ots)

Angela Merkel hat ihren letzten Trumpf gezückt, um die Europäer von einer gemeinschaftlichen Lösung der Flüchtlingskrise zu überzeugen. Sie verknüpfte den Erhalt des grenzfreien Europas mit einer solidarischen Verteilung der Flüchtlinge. Das war eine indirekte Drohung mit einem Szenario, das sie eigentlich ablehnt: Abschottung. Sie musste jetzt dieses Folterinstrument auf den Tisch legen, da sie mit dem Rücken zur Wand steht. Innerparteilich formiert sich zunehmend Widerstand gegen ihre Ablehnung einer Obergrenze. In Europa setzt sie mit den Kontingenten auf eine Lösung, die bisher auch keine Mehrheit gefunden hat. Aus vielen europäischen Ländern schlägt ihr Häme statt Solidarität entgegen, und am Wochenende steht der schwierige Türkei-EU-Gipfel bevor. Für die deutsche Kanzlerin ist es existenziell wichtig, dass sie vom Wochenende mit einer Erfolgsmeldung nach Hause kommt. Ihren Parteitag im Dezember kann sie nur unbeschadet überstehen, wenn sie eine Reduzierung der Flüchtlingszahlen nachweisen oder konkret in Aussicht stellen kann. National muss sie bis dahin zudem einen Kompromiss zum zweiten Asylpaket in der großen Koalition finden.

Pressekontakt:

Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Rheinische Post
Weitere Storys: Rheinische Post
  • 25.11.2015 – 20:14

    Rheinische Post: Kommentar: Die Türkei lenkt ein

    Düsseldorf (ots) - Präsident Recep Tayyip Erdogan ist ein machtbewusster Politiker, der nicht lange fackelt, sondern gern zuschlägt. Das hat er beim Abschuss des russischen Kampfjets wieder deutlich gezeigt. Doch offenbar hat er gemerkt, dass er mit seinem Imponiergehabe zu weit gegangen ist. Er und sein Außenminister wirken ziemlich kleinlaut angesichts der Hinweise, dass die beiden russischen Flugzeuge, die ...