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Rheinische Post: Kommentar: Winterkorn muss gehen

Düsseldorf (ots) - Natürlich gilt für Martin Winterkorn in Sachen Diesel-Betrug bei VW die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen hat. Genauso selbstverständlich wäre es aber, wenn Winterkorn alle Ämter im Konzern ruhen ließe. Ein Mann, der im Verdacht steht, am Betrug beteiligt gewesen oder ihn zumindest zugelassen zu haben, kann keine Aufgabe bei VW übernehmen, so lange nicht alles geklärt ist. Alles andere erweckt den Verdacht der Mauschelei in einem Konzern, der doch rückhaltlose Aufklärung verspricht. Winterkorns Rückzug ist überfällig. Konsequent wäre es, wenn er auch sein Amt als Aufsichtsrat des FC Bayern ruhen ließe. Winterkorn sagt, die Aufgabe beim Fußball-Rekordmeister habe nichts mit VW zu tun. Stimmt. Aber: Winterkorn sitzt dort als Vertreter des Aktionärs Audi. Wenn er den Autobauer nicht kontrollieren kann, wie kann er ihn dann repräsentieren? Bleibt er, vermittelt dies den Eindruck, als sei die Aufgabe beim FC Bayern ein bedeutungsloser Nebenjob, den man auch mit schlechtem Leumund machen kann. Das macht Winterkorn unglaubwürdig, und es schadet dem Fußball.

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