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Rheinische Post: Wahl braucht Begeisterung Kommentar Von Horst Thoren

Düsseldorf (ots) - Wenn persönliche Betroffenheit vorliegt, engagieren sich die Bürger. Konfliktthemen wie Co-Pipeline, Konverter oder die Umgehungsstraße bringen Anwohner in Rage. Das Allgemeininteresse aber ist gering, wie die niedrige Wahlbeteiligung zeigt. Was tun? Weil immer mehr Bürger den Gang zur Wahlurne scheuen, empfehlen einige die Einführung der Wahlpflicht. Zwang aber ist das ungeeignetste Mittel. Denn Demokratie lebt von der freien Entscheidung. Andere wiederum schlagen vor, per Mausklick abstimmen zu lassen. In der Tat könnte die Online-Wahl bald so selbstverständlich sein wie Online-Banking. Wachrütteln wird der schnelle Weg übers Internet die Wahlmüden kaum. Wesentlich dafür wäre die Erkenntnis, wirklich etwas bewegen zu können. Wer Politik vor Ort attraktiver machen will, muss den Städten ihren Handlungsspielraum zurückgeben. Bürgermeister sollten nicht Not verwalten, sondern Möglichkeiten nutzen können. Komplexe Verfahren, leere Kassen, Belastungen durch Dritte stehen dem entgegen. Wer Bürger begeistern will, muss sie mitwirken lassen. Dann werden aus Protestlern wieder Wähler.

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