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Rheinische Post: Kartellamt liegt falsch Von Georg Winters

Düsseldorf (ots) - Es mag brutal klingen, aber das ändert nichts an der Tatsache: Das Bundeskartellamt ist nicht dazu da, Arbeitsplätze zu sichern. Insofern durften die Wettbewerbshüter bei ihrer Entscheidung gegen eine Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch die Edeka keine Rücksicht auf drohende Filialschließungen und Jobverluste nehmen. Zumal auch niemand hätte garantieren können, dass unter dem Dach der Edeka nicht auch Kaiser's-Jobs gestrichen worden wären. Die Diskussion darüber, welche Variante mehr Stellen kostet, ist müßig. Und sie hilft auch niemandem, dessen Job wegzufallen droht. Dennoch wirft die Entscheidung des Kartellamtes Fragen auf. Dass Wettbewerb nicht vorhanden ist, weil niemand zum Einkaufen quer durch die Großstadt fährt, bleibt die einsame Erkenntnis der Wettbewerbshüter. Es kann für eine Familie mit Kindern durchaus lohnenswert sein, für einen Großeinkauf zehn oder 15 Kilometer zusätzlich zu fahren. Die Wahl des Einkaufsortes ist auch eine Frage des Budgets. Warum das Kartellamt diese Erkenntnis ausblendet, ist nicht nachvollziehbar.

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