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Rheinische Post: Kommentar
Die Schuld der Länder und der Kliniken = Von Antje Höning

Düsseldorf (ots) - Das Krankenhaus-System liegt auf der Intensivstation, wie der jüngste RWI-Report klar macht. Jedes dritte Haus schreibt rote Zahlen, jedes achte ist von Insolvenz bedroht. Nun sind Infusionen (mehr Geld für Investitionen) und eine radikale Operation (große Klinik-Reform) notwendig. Klar ist, dass die Länder über Jahre ihren Investitions-Verpflichtungen nicht nachgekommen sind. Patienten, die in rotten Gebäuden und veralteten Operationssälen behandelt werden, können ihre Beschwerden an die Ministerpräsidenten schicken. Als Ausrede sollten sie nicht akzeptieren, dass man wegen der Schuldenbremse kein Geld hat. Dies ist nur eine Frage der Prioritäten-Setzung, zumal die Länder, deren Ausgaben vor allem in Schulen und Hochschulen fließen, im Vergleich zum Bund Gewinner einer alternden Gesellschaft sind. Klar ist aber auch, dass wir zu viele Krankenhäuser haben, vor allem zu viele kleine und unspezialisierte Häuser in den Ballungsgebieten, die alles anbieten und nichts richtig können. Das gilt auch für Städte wie Düsseldorf. So lange Politik, Kassen und Träger nicht den Mut haben, solche wirtschaftlich und qualitativ schlechten Häuser zu schließen, hat das System insgesamt keine Chance zu gesunden.

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