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Rheinische Post: Mörderisches Nordkorea Kommentar Von Helmut Michelis

Düsseldorf (ots) - Brutale Säuberungen im Politkader, groteske Militärparaden, überfüllte Straflager - Stalins letztes Gespenst irrlichtert in Asien. Sehr ähnlich dem einstigen Sowjet-Herrscher regiert ein unberechenbarer Kim Jong Un das Armenhaus Nordkorea. Gab der kindlich wirkende Mann zunächst eher Anlass zur Belustigung, so ist dies spätestens nach der Hinrichtung seines Onkels leisem Schauder gewichen. Nordkorea ist nur scheinbar beruhigend weit weg. Diese Diktatur ist gefährlich: Gleich zu Beginn seiner Amtszeit hat Kim mit der Atombombe gedroht. Was ist sein Ziel? Wie viel hat er wirklich zu sagen? Die wachsende Besorgnis in Asien ist verständlich. Eine Wiedervereinigung ähnlich der deutschen, die beste Lösung für die unterdrückten, hungernden Menschen, ist zurzeit undenkbar. China wird nicht wollen, dass der Norden vom Süden übernommen wird und damit der Einflussbereich der USA weiter wächst. Doch nur Peking und Washington können einen Amoklauf Kims verhindern. Die Hinrichtung des Onkels ist kein innenpolitischer Vorgang. Sie ist eine Warnung für die Welt, bei Despoten nicht wegzusehen.

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