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Rheinische Post: Kommentar: Tückischer Reaktor

Düsseldorf (ots) - Die Rettungskräfte in Japan sind nicht zu beneiden. Immer, wenn sie an einer Stelle Erfolge vorweisen können, bricht irgendwo anders neues Unheil aus. So ist der bislang gefährlichste Herd möglicher Strahlung, der Reaktorblock vier, wieder gut gekühlt. Dafür sind die Blöcke zwei und drei außer Kontrolle geraten. Es ist ein Kampf gegen die vielköpfige Hydra. Der Mut und der verzweifelte Kampf der tapferen Einsatzkräfte verdienen dennoch unsere Bewunderung und Anteilnahme. Denn sie schützen nicht nur ihr Land vor einer möglichen atomaren Katastrophe, sondern die ganze Welt. Obwohl Japan weit weg liegt, würden wir in der ein oder anderen Form die Folgen zu spüren bekommen. Gleichwohl zeigt das schier endlose Ringen, welche Dimensionen ein Reaktorunfall hat. Da gibt es überhöhte Strahlenwerte im Umkreis des Reaktors, das Trinkwasser in Tokio wird für Babys ungenießbar, und die Helfer sind unsichtbaren Gefahren ausgesetzt. Auch wenn bislang der Super-Gau Gott sei Dank ausblieb: Die tödliche Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Was verharmlosend als Restrisiko bezeichnet wird, trifft das fernöstliche Land mit voller Wucht. Es wird Jahre brauchen, die Katastrophe zu überwinden. Wir sollten dabei nach Kräften helfen.

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