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Rheinische Post: Zu Guttenberg nicht abschreiben

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Sven Gösmann:

Natürlich: Er war doch schon Baron, warum musste der "Abgeordnete und junge Familienvater" zu Guttenberg bloß noch sieben lange Jahre eine Doktorarbeit verfassen? Natürlich: Er hat "Fehler" gemacht, allzu menschliche Schwächen erkennen lassen, als er genervt nur noch zum Ende kommen wollte. Seinen Doktortitel lässt er in einem etwas merkwürdig anmutenden Reflex auf die Vorwürfe "ruhen". Vielleicht verliert er den Titel am Ende oder wird von seiner Hochschule öffentlich gemaßregelt. Mit dem Spott, dass aus "KT" jetzt "CP" (für Copy and Paste) geworden ist, wird Guttenberg ohnehin leben müssen. Diese Lektion in Demut wäre auch die gerechte Strafe für Eitelkeit, vielleicht Hybris des Freiherrn aus Franken. Ansonsten sollte es langsam gut sein mit der Hatz. Jedenfalls dann, wenn sich das momentan heißeste Berliner Gerücht um einen "Ghostwriter" der Doktorarbeit nicht bewahrheitet. Viele der Jakobiner, die sich da lauthals empören, sitzen im Glashaus, allen voran ein Gysi - war da nicht was mit der Stasi? Oder ein Trittin - war da nicht was mit den Kommunisten? Oder jene "Internet-Ermittler", die selber immer fröhlich das Urheberrecht missachten. Anders als sie jedenfalls hat Guttenberg Fehler eingeräumt und sich seinen Kritikern gestellt. Wofür, wenn nicht für ein solches Verhalten, hat ein Politiker eine zweite Chance verdient?

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