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Rheinische Post: Klima zweitrangig? Kommentar Von Klaus Peter Kühn

Düsseldorf (ots) - Der fehlgeschlagene Klima-Gipfel von Kopenhagen vor einem Jahr bot wenigstens noch ein bisschen Dramatik, als die Großen der Welt anreisten, um das Ruder herumzureißen. Ihnen gelang freilich nur die Verständigung darüber, dass es bis 2100 im Durchschnitt nicht mehr als zwei Grad wärmer auf der Erde werden sollte. Wie dieses Ziel erreicht werden soll - das blieb völlig offen. Diesmal, auf der Klimakonferenz in Cancún, ließen sich US-Präsident Obama oder Kanzlerin Angela Merkel gar nicht erst blicken. Zu dürftig waren die Erfolgaussichten. Die zwölf Monate zwischen Kopenhagen und Cancún waren verlorene Zeit für den Klimaschutz, obwohl 2010 global vermutlich das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1850 gewesen ist. Obama kann wegen seiner innenpolitischen Schwäche keine Wende zu mehr Klimaschutz durchsetzen. Die Chinesen, die Amerika als größte Treibhausgas-Emittenten abgelöst haben, sind zur Wirtschaftsmacht aufgestiegen, wollen aber als Klimasünder wie ein Schwellenland behandelt werden. Die Europäer wiederum haben anderes im Kopf, als mit immer neuen Selbstverpflichtungen den Vorreiter zu spielen. Es wird höchste Zeit, dass Klimaschutz wieder (Regierungs-)Chefsache wird.

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