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Rheinische Post: Die Notenbank hat gelernt

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Antje Höning:

Nach einer Woche schlechter Nachrichten für den Euro gibt es endlich wieder eine gute: Die Europäische Zentralbank (EZB) bleibt standhaft. Sie lässt sich von der Panik an den Finanzmärkten nicht anstecken. Diese wollen, dass die EZB gewaltige Summen in die Hand nimmt und Schuldenstaaten über den Ankauf von Staatsanleihen neue, günstige Kredite gibt. Das mag Ländern wie Spanien und Portugal kurzfristig helfen, sich Geld zu beschaffen. Doch langfristig wäre eine Politik des offenen Geldhahns gefährlich: Sie würde die Inflation nach Europa zurückholen. Zudem würde sich die Zentralbank zum Büttel von Börse und Politik machen und so ihre Unabhängigkeit verlieren. Bundesbank-Präsident Axel Weber hat daher oft vor den Ankauf-Programmen gewarnt. Es hat gedauert, bis seine Kollegen im EZB-Rat ihm folgten. Auf dem Höhepunkt der Griechenland-Krise hatten sie unter Führung von EZB-Chef Trichet sogar erstmals Anleihen von Ländern akzeptiert, deren Kreditwürdigkeit mit der Note "Schrott" bewertet wurde. Nun schaltet Trichet von Panik auf Selbstbewusstsein und spielt den Ball dorthin, wo er hingehört: in das Feld der Politik. Die Regierungen haben einst die Währungsunion falsch konstruiert, die Regierungen müssen nun den Euro retten. Durch neue Spielregeln für Schuldensünder, nicht durch neues Geld.

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