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Rheinische Post: Protest in Belgien Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Diese Schicksalswahl könnte den Anfang vom Ende Belgiens besiegeln. Durch den Triumph der Separatisten im flämischsprachigen Norden steht die Einheit des Landes mehr denn je auf dem Spiel. Das klare Spaltungssignal liefert neuen Sprengstoff für den Sprachenstreit mit den frankophonen Wallonen im Süden und macht die Regierungsbildung vielleicht sogar unmöglich. Stillstand und Regimekrise drohen - zum Schaden Belgiens und Europas. Denn ab Juli müsste das zerrissene Königreich im EU-Vorsitz eigentlich die Gemeinschaft zusammenhalten. Diese braucht in Zeiten der Schuldenkrise nichts mehr als politische Führung und Stabilität. Beides kann Belgien nicht mehr bieten. Dabei sind die Belgier nicht allesamt zu radikalen Spaltern mutiert. Selbst 80 Prozent der Flamen möchten den Nationalstaat erhalten - sofern seine ineffizienten Strukturen reformiert werden. Sie stimmten aus Protest für die Separatisten, weil sie das Vertrauen in die etablierten Parteien verloren haben. Sie sind es satt, dass diese seit Jahren nicht mehr genug Staatsräson aufbringen, um die regionalen Konflikte zum Wohle des Landes konstruktiv zu lösen. Sie wollen, dass sich die Regierenden endlich um die wahren Probleme Belgiens kümmern.

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