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Rheinische Post: Kommentar: Der Euro braucht keine Steuer

Düsseldorf (ots) - Ist der Absturz des Euro ein Grund, Europa zu verdammen und nach der Mark zu rufen? Nein. Der deutschen Exportwirtschaft kommt der schwache Außenwert des Euro gerade Recht. Er macht deutsche Waren im Ausland billiger, das hilft der Wirtschaft mehr aus der Krise als jedes staatliche Konjunkturpaket. Auch der Binnenwert des Euro - die Preisstabilität - wäre kein Problem, wenn sich die Zentralbank auf ihr Ziel Inflationsbekämpfung konzentrieren würde. Das Problem des Euro ist nicht der Wechselkurs, das Problem ist sein Konstruktionsfehler. Nie hätten so ungleiche Länder wie Griechenland und Deutschland in eine Währungsunion gepresst werden dürfen. Anleger und Hedgefonds, selbst von bürgerlichen Politikern als "Monster" und "Wölfe" geschmäht, decken gnadenlos diesen Fehler auf. Sie sind aber nicht Ursache für die Krise. Daher ist es naiv, wenn nun SPD und CSU die Finanztransaktions-Steuer zur Bedingung für ihr Ja zum Rettungspaket machen. Eine 0,05-Prozent-Steuer auf Geld-Geschäfte schreckt nicht ab, sie verführt eher zu noch riskanteren Deals. Zudem funktioniert sie nur, wen alle Staaten sie einführen - also gar nicht. Was die Währungsunion allein retten kann, sind Schuldenabbau, wettbewerbsfähige Löhne und glaubwürdige Strafen für Schuldensünder. Doch das ist an Stammtischen so unpopulär.

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