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Rheinische Post: Camerons Schwung Kommentar Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - In solchen Situationen wird immer gerne das Bild vom "frischen Wind" strapaziert, aber der Machtwechsel in London verdient es wirklich. Binnen weniger Stunden wurde das politische Spitzenpersonal Großbritanniens um eine Generation verjüngt. Mit dem Konservativen David Cameron und seinem liberalen Koalitionspartner Nick Clegg übernehmen zwei Männer Anfang 40 die Macht, beide eloquent, schlagfertig und charmant, beide mit selbstbewussten und attraktiven Frauen. Das ist zwar keine Garantie für politischen Erfolg, aber nach dem Missmut der ausgehenden Ära Gordon Brown dürsten die Briten nach ein wenig Obama-Glamour. Es wird sich aber auch politisch einiges ändern auf der Insel. Eine für britische Verhältnisse ungewöhnliche Koalitionsregierung wird künftig um Kompromisse feilschen müssen, wo früher einfach durchregiert wurde. Das mag angesichts der schweren Krise, die das Land durchlebt, wie ein Nachteil erscheinen. Aber gemeinsam können Konservative und Liberale nun den nötigen Mut zu energischen Sparmaßnahmen aufbringen. Cameron will sehr schnell unpopuläre Entscheidungen fällen und so den Schwung des Wahlsiegs nutzen - eine Art Gegenentwurf zu Angela Merkels taktischem Zögern.

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