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Rheinische Post: Schule in Gefahr Kommentar Von Ulli Tückmantel

    Düsseldorf (ots) - Seit Jahren beklagen Polizisten eine zunehmende Verrohung der deutschen Gesellschaft, seit Jahren steigt die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen im öffentlichen Raum, seit Jahren nehmen Übergriffe auf Amtspersonen aller Art zu. Dass ein bereits polizeibekannter Jugendlicher als Reaktion auf eine Schulausschluss-Strafe in Bergkamen mit einer Pistole in die Hauptschule marschiert und eine Lehrerin verletzt, lässt sich nicht als beklagenswerter Einzelfall in einem ansonsten sicheren Land abtun. Dieser Fall ist Teil einer Entwicklung, deren Ursachen sattsam bekannt sind. Der ganz erhebliche Mangel an Erziehung, der Mangel an Bildungs- und Berufsperspektiven für die Kinder aus den schlechteren Stadtvierteln und der Mangel an gelingender Integration schlagen immer deutlicher bis in die Mitte der Gesellschaft durch. Bergkamen ist nicht Berlin-Neukölln, wo morgens der Wachschutz vor den Problem-Schulen aufzieht. Doch auch in NRW ist die Schule, die bisher so frei zugänglich ist wie Bibliotheken, Museen und Schwimmbäder, als öffentlicher Ort zusehends bedroht  und gerät so immer tiefer in Gefahr, genau das nicht leisten zu können, woran es am meisten mangelt: Erziehung, Perspektive und Integration.

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