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Rheinische Post: Das Kabinett der Dr. Merkel Von Sven Gösmann

    Düsseldorf (ots) - Das neue Bundeskabinett ist eine Versammlung respektabler Persönlichkeiten. Diese sind perfekt eingesetzt, falls man das Kabinett aus der Machtperspektive der Kanzlerin betrachtet. Wenn nicht, ist fraglich, ob alle am richtigen Platz sind. Am überzeugendsten wirkt die Berufung Schäubles zum Finanzminister. Der ehemalige Finanzamts-Regierungsrat ist ein erfahrener Politiker am Ende seiner Karriere. Er hat den Bürgern in den nächsten Jahren nichts anzubieten als Blut, Schweiß und Schulden  das müssen die Kanzlerin und ihr FDP-Vize dann wenigstens nicht selbst erledigen. Doch schon die Versetzung Karl-Theodor zu Guttenbergs vom Wirtschafts- ins Verteidigungsministerium ist nur der Arithmetik der Macht geschuldet: Hat die Union die Finanzen, bekommt die FDP die Wirtschaft. Gerade hatte die Union wieder jemanden, der Wirtschaftskompetenz ausstrahlte, da verliert sie ihn wieder. Zudem hofft CSU-Chef Seehofer wohl, seinen Rivalen so domestizieren zu können. Umso bedrückender bleibt deshalb die Besetzung des Wirtschaftsministeriums mit dem leutseligen Liberalen Brüderle und die des Arbeitsministeriums mit dem gescheiterten Verteidigungsminister Jung. Sollten das nicht Schlüsselressorts für die nächsten Jahre sein? Diese Schlüssel zur Zukunft hat Merkel gestern umgedreht und weggeworfen.

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