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Rheinische Post: Historisches Datum Von Klaus Peter Kühn

    Düsseldorf (ots) - Kann ein von Terminnöten diktiertes Datum ein Gedenktag sein? Dem Beschluss, die beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 wieder zu vereinigen, ging eine Art Gefeilsche voraus. "Uns geht wirtschaftlich die Puste aus", drängte die erste und letzte demokratisch gewählte DDR-Regierung. "Wir brauchen die Zustimmung der ehemaligen Siegermächte", bremste die Bundesregierung. Der Kompromiss-Termin 3. Oktober ist seitdem der "Tag der deutschen Einheit" und nicht mehr der 17. Juni, an dem des Arbeiteraufstands von 1953 gedacht wurde. In dessen Tradition stünde der 9. Oktober (1989) gut.Es ist aber zu wenig bekannt, dass damals das in Leipzig demonstrierende Volk der DDR endgültig die Furcht vor dem SED-Regime verlor. Das überwältigende Gefühl der Befreiung spräche für den 9. November. Als Gedenktag taugt er dennoch nur sehr bedingt. Zum einen waren (lediglich) die unbedachten Worte eines SED-Funktionärs der Auslöser für den Mauerfall. Zum anderen ist der 9.x0eNovember in Deutschland historisch überfrachtet (erste Republik, Hitlerputsch, Reichspogromnacht). Es sollte also beim 3. Oktober als Feiertag bleiben.  Wer sich über das historische Geschenk  der Einheit freut, kann das an 365 Tagen des Jahres tun.

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