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Rheinische Post: Lehmans Lektionen

    Düsseldorf (ots) - Kommentar von Antje Höning

    Mit seiner Rede zum Jahrestag der Lehman-Pleite hat Barack Obama den Finger in die Wunden der Krisenbekämpfer gelegt. Politiker und Banker hatten geschworen, alles zu tun, damit sich Lehman und die Folgen nicht wiederholen. Doch längst sind die Reumütigen rückfällig geworden. Investmentbanker prahlen wieder mit ihren Boni, als hätte es die Krise nie gegeben. Hier mischt sich die Dreistheit der Angestellten mit der Dummheit ihrer Arbeitgeber. So lange Banken keine Entlohnungs-Systeme auflegen, die neben dem Bonus auch den Malus (den Gehaltsabzug bei Misserfolg) kennen, werden Manager unverantwortlich zocken. Zumal, wenn Banken nicht verpflichtet werden, einen Teil der Risiken aus ihren Geschäften selbst zu tragen. Diese Haftung festzuschreiben, ist Aufgabe der Politik. Doch weder Obama noch die EU haben ihre Hausaufgaben gemacht. Sie haben zwar erfolgreich das Feuer nach Lehman gelöscht, indem sie Spareinlagen und Institute retteten. Doch sie haben zu wenig getan, um einen neue Flächenbrand zu verhindern. Dazu zählt auch, dass sie bald ihre Billionen wieder einsammeln müssen, mit denen sie die Märkte beruhigten. Sonst legen sie den Keim für eine neue Immobilienblase, mit der die Krise begann.

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