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Rheinische Post: Kommentar: Vom Popstar zum Pechvogel

    Düsseldorf (ots) - Vor Monaten wurde Porsche-Chef Wendelin Wiedeking noch wie ein Popstar umjubelt. Einen maroden Sportwagenbauer in 15 Jahren zum profitabelsten Autokonzern der Welt umzubauen, das hat in Deutschland sonst keiner geschafft. Dass er dabei so unbescheiden auftrat wie seine Autos, wurde hingenommen. Stars sind eben so. Jetzt, wo klar ist, dass er den Poker um VW verloren hat, wird man ihn mit Häme überschütten. Wird ihm zum hundertsten Mal sein extremes Gehalt vorwerfen, sein Scheitern als Beweis dafür nehmen, dass er schon immer überschätzt wurde. Schwarz oder weiß. Stimmungen sind eben so. Die Wirklichkeit ist aber selten schwarz oder weiß, sondern fast immer grau. Wiedekings Scheitern belegt nicht seine Unfähigkeit, sondern sein unfassbares Pech. Sein Traum von der Volkswagenübernahme ist an zwei gänzlich unwahrscheinlichen Ereignissen gescheitert. Daran, dass die Finanzkrise ihm den Geldhahn ein paar Monate zu früh abgedreht hat. Und daran, dass die EU das antiquierte VW-Gesetz entgegen allen Ankündigungen doch noch verlängert hat. Einen dieser Zufälle hätte Wiedeking sogar noch überlebt. Beide auf einmal waren zuviel. Das Schicksal ist manchmal so.

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