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Rheinische Post: Kinder schützen

    Düsseldorf (ots) - Von Eva Quadbeck

    Am Ende zählte das Argument: Wenn durch das Sperren von Internet-Seiten auch nur ein Fall von sexuellem Missbrauch von einem Kind verhindert werden kann, dann lohnt sich das Ganze. Die große Mehrheit der deutschen Internet-Provider, die sich durchrang, die freiwillige Vereinbarung zu unterzeichnen, ist zu beglückwünschen. Die Anbieter haben bewiesen, dass Unternehmen in der Lage sind, gesellschaftliche Verantwortung zu zeigen - sogar wenn sie fürchten, dies könne dem Geschäft schaden. Um den Providern Rechtssicherheit zu geben, muss ein entsprechendes Gesetz noch in dieser Wahlperiode folgen. Für Ministerin von der Leyen ist die öffentliche Auseinandersetzung also noch nicht zu Ende. Obwohl sie gestern rund 200 Demonstranten gegen sich hatte, die ihr Zensur vorwarfen, geht sie als Siegerin vom Platz. Sie setzte sich nach dem bekannten Muster durch: Selbstbewusst ankündigen, Sturm der Entrüstung aushalten, Rückzug ablehnen, Verbündete suchen, Alles-im-Lack-Pressekonferenz abhalten. Die Möglichkeit, Kinderporno-Seiten zu sperren, wird keine Wunder bewirken. Sie ist nur ein Mosaik-Stein im Kampf gegen die schlimmsten Verbrechen, die man Kindern antun kann. Aber auch der zählt.

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