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Rheinische Post: Dringend gesucht: Lehrer Kommentar Von Jens Voss

    Düsseldorf (ots) - Vorbei die Zeiten, da ein Kanzler ungehobelt holzen durfte, Lehrer seien "faule Säcke". Heute werden Lehrer dringend gesucht; NRW unternimmt große Anstrengungen bei Ausbildung und Neueinstellung von Lehrern. Dieses Phänomen ist besser für das Renommee des Berufsstandes als alle Sonntagsreden über die Wertschätzung der Arbeit von Lehrern. Und diese Botschaft ist vielleicht die wichtigste Facette an dieser Geschichte. Denn der Berufsstand hat eine Phase der Nicht-Achtung hinter sich. Zu den weichen, wohl doch abschreckenden Faktoren gehörte das schlechte Image vom Lehrer, der morgens Recht und nachmittags frei hat. Wer will schon als Halbtagsjobber denunziert und bei gesellschaftlichen Fehlentwicklungen stets für die erzieherische Reparatur-Arbeit haftbar gemacht werden? Tatsache ist: Männer ziehen sich aus diesem Beruf zurück. Es wäre keine gute Entwicklung, wenn Kinder demnächst bis zum 18. Lebensjahr nahezu ausschließlich von Frauen erzogen würden. Nun also werden Lehrer gesucht, umworben, eingestellt, ordentlich bezahlt - dies ist die beste Werbung dafür, dass sich kluge Köpfe für diesen Beruf entscheiden, Männer wie Frauen. Denn ob Unterricht gut ist, entscheidet sich am Ende nicht an Systemen, sondern schlicht daran, ob der Lehrer gut ist  in seinem Fach - und vor seiner Klasse.

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