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Rheinische Post: Georgien-Erkenntnis

    Düsseldorf (ots) - von Gregor Mayntz

    Nun wissen alle, woran sie sind: Russland wird die jahrelang verdeckt geschaffenen Fakten bei der Russifizierung der georgischen Provinzen nicht mehr aus der Hand geben. Der Westen wird auf Tiflis einwirken, künftig die Finger von den Regionen zu lassen. Wie die faktische Teilung in gesichtswahrende Statuslösungen gepackt werden kann, ist Sache von vermutlich sehr langen Verhandlungen. Auf diese Grunderkenntnis läuft das Ergebnis des Gespräches zwischen der Kanzlerin und Russlands Präsident hinaus. Merkel sagte klar, dass Russland mit seinem Krieg jede tolerierbare Verhältnismäßigkeit verletzt hat, beschränkte ihre Forderung nach Truppenrückzug aber auf die "Kerngebiete" Georgiens. Medwedew sagte nicht minder klar, dass Abchasen, Osseten und Georgier nicht mehr in einem Land zusammen leben würden, beschränkte die Drohung mit weiteren Militäraktionen aber darauf, dass russische Bürger erneut attackiert werden. Die US-dominierte Nato leidet unter den irrlichternden Amerikanern und ihrer inneren Uneinigkeit. Damit in Georgien nach funktionierendem Waffenstillstand wieder so etwas wie Vertrauen wachsen kann, ist wohl die EU mit einer Friedenstruppe gefragt.

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