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Rheinische Post: Kommentar "Koch und Merkel"

    Düsseldorf (ots) - Die CDU scheint jetzt zu bekommen, was sich Kurt Beck und die SPD herbeisehnen: eine biestige Debatte über den politischen Kurs in dem schwieriger werdenden Kampf, eine bürgerliche Regierungsmehrheit gegen Mitte-Links bis Linksaußen zustande zu bringen. Dass unter den Kritikern der 1999 erfolgreichen, 2008 gescheiterten Mobilisierungs-Strategie des hessischen CDU-Spitzenkandidaten Koch Parteifreunde sind, die Franz Josef Strauß als Reclam-Ausgaben von Politikern verspottet hätte, bedeutet nicht, dass sie total falsch liegen. Die Union darf nie auch nur in den vagen Verdacht geraten, sie nehme Zuwanderer-Integration weniger wichtig als Gefängniszellen für kriminelle junge Ausländer. Wer Volkspartei der Mitte sein will, muss Balance wahren. Das gilt für eine miteinander harmonierende Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie für einen Integrationskurs, der Bildung für alle Schichten als, fast möchte man sagen: heilige politische Pflicht begreift. Koch hat, wenn auch zu einseitig, die Gewaltbereitschaft junger Männer richtigerweise im Wahlkampf zum bundesweit diskutierten Thema gemacht. Die CDU-Chefin Angela Merkel hat ihn dazu ermutigt. Wer nur Koch an den Pranger stellt, lässt Mut vor Kanzler-Thronen vermissen.

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