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Rheinische Post: Polen unter Erwartungsdruck

    Düsseldorf (ots) - Von Doris Heimann

    Zwei Jahre Chaos, Streit und Skandale waren genug. Jetzt haben die Polen die Kaczynski-Regierung abgewählt. Das Land atmet auf, seine Nachbarn auch. Trotz aller Irrungen und Wirrungen der jungen polnischen Demokratie: Auf die Kräfte der Selbstkorrektur war bisher noch immer Verlass. Und so wurde die polnische Parteienlandschaft einer Flurbereinigung unterzogen. Im neuen Parlament wird es statt unzähliger Splittergruppen vier starke Fraktionen geben. Und alle vier dahinter stehenden Parteien haben ein gemäßigtes Programm. Für das Ausland wird sich der Umgang mit den Politikern aus Warschau wieder normalisieren. Donald Tusk hat die Wahl nicht zuletzt deshalb gewonnen, weil er für eine besonnene Außenpolitik plädierte. Allerdings steht auch Polens neuer Premier  bei aller wirtschaftsliberalen Ausrichtung  für eine konservative Weltanschauung. Innenpolitisch steht Tusk unter hohem Erwartungsdruck: Er hat den Polen ein Wirtschaftswunder versprochen. Krankenschwestern, Ärzte und Lehrer werden jetzt die angekündigten Lohnerhöhungen einfordern  oder auswandern wie bereits zwei Millionen ihrer Landsleute vor ihnen. Tusks schwierigste Aufgabe aber wird es sein, die Polen wieder miteinander zu versöhnen: Zwei Jahre Kaczynski-Regierung haben in der Gesellschaft tiefe Gräben hinterlassen.

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