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Rheinische Post: SPD: Volles Risiko bei Schulreform

    Düsseldorf (ots) - Von Gerhard Voogt

    Die NRW-SPD hat beschlossen, nach einem Wahlsieg das dreigliedrige Schulsystem in NRW abzuschaffen. Die SPD-Vorsitzende Hannelore Kraft nennt Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) einen "Hasenfuß", weil der nicht den Mumm habe, die nötigen Reformen anzugehen. Typisch Kraft. Ihr Motto lautet "klare Kante." Die SPD-Chefin macht keinen Hehl aus ihrer Position. Die Gemeinschaftsschule, die Gymnasium, Realschule und Hauptschule vorerst in gestutzter Form überleben lässt, sei nur ein Kompromiss. Ziel sei die integrierte Gesamtschule, sagt Kraft - und öffnet damit das Tor für ihre Kritiker. Genüsslich schiebt die Union die Genossen weiter in die linke Ecke. Erst schließe Kraft eine "Linksfront" mit der Lafontaine-Partei nicht aus, jetzt wolle die SPD die "sozialistische Einheitsschule" installieren. Ein Schreckgespenst, das die Mitte zur CDU treiben soll. Nach dem Fehlstart aus der Sommerpause habe man jetzt wieder gute Laune, sagte ein CDU-Spion auf dem SPD-Parteitag. Das fast einstimmige Votum für den Leitantrag zeigt, dass Kraft die Partei auf Linie gebracht hat. Ob sie die Wähler mit dem Projekt Gemeinschaftsschule gewinnt, ist höchst fraglich. Die Abschaffung der Gymnasien ist ein hoch emotionales Thema. Das Risiko, damit zu scheitern, ist hoch.

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